Krise bei Autobauer

VW-Chef: Schließung von Werken „letzte Lösung“

Wirtschaft
25.08.2026 11:36

Wie geht es weiter? Diese Frage treibt wohl die meisten VW-Mitarbeiter um, immerhin stehen bis zu 50.000 zusätzliche Stellenstreichungen im Raum. In den kommenden Tagen könnten die Beschäftigten eine Antwort darauf bekommen, denn es sind neun Betriebsversammlungen geplant. Die Erste war am Dienstag.

Am Dienstagvormittag war der Auftakt der insgesamt neun VW-Betriebsversammlungen, die in den kommenden Tagen anstehen. Der Start in Wolfsburg war wohl alles andere als angenehm für VW-Chef Oliver Blume. Die Belegschaft pfiff ihn gleich lautstark aus, wie die „Bild“-Zeitung berichtet. 

In den Betriebsversammlungen geht um nichts Geringeres als die Zukunft des Konzerns und der VW-Standorte. Während die VW-Führung Kosten senken will, bangen Zehntausende Mitarbeiter um ihre Jobs. Außerdem steht die Schließung von vier Werken im Raum.

VW-Chef Oliver Blume hat offenbar große Pläne für den Konzern.
VW-Chef Oliver Blume hat offenbar große Pläne für den Konzern.(Bild: AFP/TOBIAS SCHWARZ)

„Unser Ziel ist es, in den nächsten sechs bis zwölf Monaten belastbare Perspektiven für alle Standorte zu schaffen“, erklärte Blume auf der Betriebsversammlung vor 10.000 Beschäftigten. Werksschließungen seien „immer die letzte und teuerste Lösung“, meinte er – für Emden, Hannover, Zwickau und Audi in Neckarsulm seien sie außerdem nicht beschlossen. Für die vier Werke gebe es aber derzeit noch keine „wettbewerbsfähige Belegung“ für die 2030er-Jahre.

Allerdings müssten die Kosten außerhalb der Fahrzeugproduktion sinken. Dass er zusätzlich 50.000 Stellen streichen wolle, sei keine Zielgröße, sondern ein theoretischer Wert, erklärte er. Blume wolle weiterhin so weit wie möglich auf Freiwilligkeit setzen und etwa die Altersteilzeit ausweiten, zitiert ihn „Bild“.

„Vertrauen in Konzernvorstand beschädigt“
Von Betriebsrats-Chefin Daniela Cavallo kamen scharfe Worte in Richtung Konzernspitze. „Unser Vertrauen in diesen Konzernvorstand, insbesondere auch in dessen Vorsitzenden Oliver Blume, ist beschädigt. Noch nicht irreparabel. Aber beschädigt“, sagte sie, wie mehrere Medien berichten.

„Die Lage ist mehr als kritisch“, sagte Blume selbst jüngst in einem Interview, das im Intranet des Unternehmens veröffentlicht wurde. Der VW-Chef wolle die Betriebsversammlungen hauptsächlich dazu nutzen, das Vertrauen zurückzugewinnen, heißt es laut dem Magazin „Der Spiegel“. Vielleicht wolle er aber auch „unangenehme Wahrheiten benennen und seine Pläne präsentieren, die daraus folgen.“

Große Pläne
Blume hat tatsächlich große Pläne und die hätten enorme Auswirkungen. Werden alle umgesetzt, wäre in einigen Jahren in Deutschland laut „Spiegel“ nur noch das Werk in Wolfsburg in Betrieb. Die Werke in Zwickau und Emden würden 2031 aufhören, zu produzieren. Ein Jahr später würde Hannover folgen. Auch bei der VW-Tochter Audi würde sich die Produktion auf das Stammwerk in Ingolstadt beschränken. In Neckarsulm würden die Maschinen 2034 abgedreht werden.

„Für uns keine Option“
Das könnte auch bedeuten, dass Stellen wegfallen. Bis 2030 will VW-Chef Blume offenbar bis zu 100.000 Jobs streichen. Gegen solche Pläne spricht sich die VW-Betriebsratschefin Cavallo klar aus. „Wir schließen betriebsbedingte Kündigungen definitiv aus“, sagte sie am Montagabend. Auch Werksschließungen seien „für uns keine Option“.

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