Umstrittener Sprit

Tankstelle bringt Versicherung gegen E10-Motorschäden

Ausland
29.03.2011 09:24
Der Mineralölkonzern Shell plant laut einem "Bild"-Bericht eine Versicherung gegen mögliche Schäden durch den umstrittenen Biosprit E10. Die kostenlose Versicherung sollen alle Kunden in Deutschland abschließen können, die mindestens 30 Liter Biosprit bei Shell getankt haben, berichtet die Zeitung am Dienstag und beruft sich auf Unternehmenskreise.

Die Erstzulassung des Fahrzeugs darf dabei nicht vor 1996 liegen. Außerdem muss der Hersteller eine Unbedenklichkeitserklärung gegenüber E10 abgegeben haben. Wenn ein Sachverständiger trotzdem Folgeschäden durch E10 - etwa am Motor - bestätige, würden die Reparaturkosten voll übernommen. Die Versicherungslaufzeit soll 18 Monate betragen.

Der Shell-Deutschlandchef hatte am Montag betont, die E10-Ablehnung vieler Verbraucher treffe die Branche hart: "E10 ist unser Stuttgart 21", hatte er dem "Tagesspiegel" gesagt. Die Folgekosten zur Einführung von E10 für die Branche seien hoch. Auf die Mineralölwirtschaft in Deutschland kämen dreistellige Millionenbeträge als Strafzahlungen zu sowie die Kosten der Umrüstung.

Umstrittener "Biosprit"
E10 ist umstritten, weil einige Motoren die höhere Ethanolbeimischung nicht vertragen. Viele Autofahrer scheuen sich daher seit Beginn davor, den neuen Kraftstoff zu tanken und weichen stattdessen auf das teurere Super Plus aus, das nur fünf Prozent Ethanol enthält. Außerdem rät einer Umfrage zufolge die Mehrheit der Autohäuser ihren Kunden von E10 ab.

Zudem ist auch der ökologische Effekt des sogenannten Biosprits umstritten. Umweltschützer befürchten einen Verdrängungseffekt zulasten des Anbaus von Lebensmitteln und eine Zerstörung von Wäldern und anderen Naturräumen.

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