26.03.2011 11:52 |

Insel entlasten

Flüchtlinge kommen von Lampedusa aufs Festland

Die italienische Regierung hat beschlossen, Passagierschiffe nach Lampedusa zu entsenden, um die nordafrikanischen Flüchtlinge aufs Festland zu bringen. Eine Fähre erreichte am Samstag die Insel, die circa 1.000 Tunesier nach Sizilien führen soll. Die Lage auf der kleinen Insel wird immer dramatischer.

Bereits in der Nacht auf Samstag war das Schiff der italienischen Marine "San Marco" mit 500 Migranten abgefahren um Flüchtlinge in der süditalienischen Region Apulien zu bringen.

400 Migranten in 24 Stunden
Die Flüchtlingswelle in Richtung Lampedusa reißt nicht ab. In den letzten 24 Stunden erreichten über 400 Migranten die Insel. Ein in Schwierigkeiten geratenes Boot mit 120 Migranten an Bord drohte zu sinken und konnte 20 Seemeilen vor Lampedusa von der italienischen Küstenwache in Sicherheit gebracht werden. In den letzten zweieinhalb Monaten seien 15.700 Tunesier auf Lampedusa eingetroffen, berichtete der italienische Innenminister Roberto Maroni.

Lage sehr angespannt
Die Lage auf der Insel, auf der sich circa 5.000 Flüchtlinge befinden, ist schwierig. Unter den Migranten, die darauf warten, auf das Festland gebracht zu werden, steigen die Spannungen. Etwa 2.500 Migranten hatten am Freitag vehement gegen die Verspätungen bei der Verteilung der Mahlzeiten protestiert. Das Auffanglager der Insel, in dem etwa 1.400 Menschen untergebracht sind, steht vor dem Zusammenbruch. Die hygienischen Bedingungen sind sehr schwierig, die Behörden klagen über Wasserknappheit. Ein Tankschiff erreichte am Samstag die Insel mit 4.000 Kubikmeter Wasser an Bord, die zumindest vorübergehend die Probleme mit der Wasserversorgung beheben sollen.

Regierung wird Unfähigkeit vorgeworfen
Die stärkste italienische Oppositionspartei, die Demokratische Partei, wirft der Regierung Berlusconi Unfähigkeit im Umgang mit dem Flüchtlingsnotstand vor. "Während die Regierung nach Lösungen sucht, bricht Lampedusa zusammen", protestierte Oppositionschef Pierluigi Bersani. Er beschuldigte die Regierung, die Situation auszunutzen, um in der Öffentlichkeit Angst vor einer Migranteninvasion zu schüren. Davon profitiere politisch die ausländerfeindliche Regierungspartei Lega Nord, warnte Bersani.

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