Do, 18. Oktober 2018

U-Bahn-Verlängerung

23.03.2011 17:28

Wiener Öffis fuhren schon einmal nach Niederösterreich

In der aktuellen Diskussion, ob eine Verlängerung der Wiener U-Bahn ins Umland (siehe Infobox) rechtlich möglich sei, scheint man zu vergessen, dass die Bim früher auch nach Niederösterreich gefahren ist. Im Speziellen handelte es sich um die Straßenbahnlinien 317 und 360. Die erste fuhr von Kagran in fahrplanmäßigen 54 Minuten nach Groß-Enzersdorf, nahe an den Donau-Oder-Kanal. Die zweite verband Mauer, später dann Rodaun, mit Mödling, das ein schönes Stück von der Stadtgrenze entfernt in blau-gelben Landen liegt.

Der 317er war eine richtige Überlandstraßenbahn. Früher gab es an dieser Strecke nämlich nur die Dörfer Hirschstetten, Aspern und Essling sowie Groß-Enzersdorf, dazwischen rollten die Züge am Straßenrand, entlang von Feldern. Da es hier in der Nacht keine Beleuchtung gab, erhielten die Wagen, die auf dieser Linie verkehrten, schon während des Zweiten Weltkriegs Fernlichter.

"Heurigenlinie" 360
Auch der 360er machte in verschiedenen Orten Station: Rodaun, Perchtoldsdorf, Brunn am Gebirge, Maria Enzersdorf und Mödling. Die Fahrgäste merkten übrigens, dass die Züge Wiener Stadtgebiet hinter sich ließen: Für die Strecken in Niederösterreich musste ein neuer Fahrschein gelöst werden. Wie viele Straßenbahnlinien in Wien wurden auch diese beiden von Bussen abgelöst: der 317er im Jahre 1970, der 360er bereits 1967.

Noch etwas zum Thema Wiener Öffis im Umland: Die Dampftramway, die bei der Wiener Augartenbrücke wegfuhr, endete in Auersthal, tief im Weinviertel.

von Erich Vorrath, Kronen Zeitung

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