Geld vernichtet

Finanzbericht: Franken-Risiko war Stadt Linz bekannt

Oberösterreich
17.03.2011 19:04
Aufgrund "mangelhafter Beratung" durch die Bawag P.S.K. nicht übers Risiko informiert – wie ein ahnungsloser Bankkunde, dem statt mündelsicherer Wertpapiere existenzvernichtender Ramsch angedreht wird? Diese Verteidigungslinie von Finanzdirektor Werner Penn und Stadtrat Johann Mayr (SPÖ) für ihre "Franken-Bombe" in den Linzer Stadtfinanzen (mit aktuell um die 15 Millionen Euro "Explosionsrisiko" für ein halbes Jahr) hat mancherorts Verwunderung ausgelöst.

Dieses Staunen scheint auch berechtigt: Nur ein halbes Jahr nach Abschluss des "CHF-Swaps", von dessen Risikogehalt Penn angeblich nichts schwante, stellt er in einem Bericht (August 2007) an den Finanzausschuss sehr wohl Risken dieses Deals dar: "Maximales Risiko: Euro 5.055.655 p.a. – wenn EUR/CHF-Wechselkurs historischen Höchststand von 1,4464 erreicht."

Dazu gab's auch eine Grafik, die noch teurere Entwicklungsmöglichkeiten nahelegte, allerdings bei 1,40 aufhört. Inzwischen hat der Franken ganz andere Höchststände erreicht, der Euro krebst bei 1,26 bis 1,27 herum. 

Finanzdirektor Penn wusste also bald, wenn schon nicht gleich, dass es riskant werden kann. Und mit ihm Stadtrat Mayr sowie der Finanzausschuss, dem Penn, wie zitiert – und danach halbjährlich - berichtete. SPÖ-Politiker Mayr lehnt auch einen Rücktritt ab. Unter Wahrnehmen politischer Verantwortung versteht er, nun "in Gesprächen mit der Bawag die Risken möglichst zu minimieren".

Eine Hand voll Schweizer Franken ist heutzutage ein wertvoller Besitz, eine typische "Fluchtwährung" aus dem problematischen Euro eben. Für die Stadt Linz bedeutet der Franken aber das Gegenteil: eine enorme Geldvernichtung auf Kosten der Steuerzahler!

Kronen Zeitung

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