Vor 30 Jahren wanderte das junge Ehepaar von Rumänien aus. Gemeinsam schufen sie sich ein Heim bei Wiener Neustadt, wurden stolze Österreicher und Eltern dreier Töchter. Doch das Familienglück verebbte, wie die "Krone" erfuhr. Während der 59-Jährige kaum noch gearbeitet habe, sei seine Frau täglich nach Baden in einen Supermarkt zur Arbeit gefahren. Dann soll der Ehemann auch noch eine Affäre gehabt haben, woraufhin die 55-Jährige die Scheidung einreichte. Dem Frühpensionist dürfte gefürchtet haben, im Fall einer Trennung sowohl das Haus in Österreich als auch den Wohnsitz in Rumänien finanziell ablösen zu müssen.
Eheleute "massiv zerstritten"
Das Ehepaar sei bereits seit sieben Jahren "massiv zerstritten" gewesen, erläuterte auch Chefermittler Etz. Die 55-Jährige und ihr Mann hatten zwar gemeinsam mit zwei ihrer drei Töchter in einem Haus gewohnt, lebten aber in getrennten Zimmern. Auch eine Privatklage wegen eines hohen Geldbetrags sei im Raum gestanden. Sowohl Kommunikation als auch Sichtkontakt seien vermieden worden, es soll dennoch immer wieder zu Handgreiflichkeiten zwischen den Eheleuten gekommen sein. Die Kinder hatten ebenfalls kein gutes Verhältnis zu der Mutter.
Mann ließ sich mit Leiche im Gepäck abschleppen
Die Frau dürfte den Ermittlungen zufolge am 22. Februar zwischen den Mittagsstunden und 21.30 Uhr getötet worden sein. Die genaueren Umstände sind nicht bekannt. Der 59-Jährige sei dann am Nachmittag des Folgetags mit einem Pkw mit Anhänger nach Rumänien aufgebrochen, so die Exekutive.
Besondes dreist: Unterwegs hatte er einen Autounfall und ließ die beiden Fahrzeuge trotzdem zu seinem Haus in Biborteni abschleppen, was insgesamt einen Tag dauerte. Die im Pkw oder Anhänger untergebrachte Leiche hatte er dabei offenbar erfolgreich verstecken können. Als der 59-Jährige schließlich ohne Auto und Anhänger nach Österreich zurückkehrte, geriet er schnell ins Visier der Ermittler.
Autos sollten verschrottet werden
Bei den Einvernahmen hatte der Verdächtige zunächst angegeben, das Auto-Anhänger-Gespann in Rumänien verkauft zu haben, um damit einen Naturheiler für seine Herzbeschwerden bezahlen zu können. Die Beamten machte allerdings stutzig, dass er weder den Namen des Käufers noch den des Naturheilers nennen konnte. Wie sich später herausstellte, waren das Auto und der Anhänger tatsächlich verkauft worden. Der 59-Jährige soll anschließend den Käufer mehrere Male dazu aufgefordert haben, die Fahrzeuge zu verschrotten, was jedoch nicht passierte.
Die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt erließ einen Haftbefehl. Der 59-Jährige wurde am 17. März an seinem Wohnort festgenommen und befindet sich seither in U-Haft. Die Töchter dürften von der Tat nichts mitbekommen haben, sie gelten nicht als Verdächtige. Der Kontakt mit den rumänischen Behörden ergab im weiteren Verlauf der Ermittlungen, dass der 59-Jährige bei seinem Aufenthalt im Februar ein zweites Grundstück in seiner Heimat Biborteni erworben hatte. Dort wurde dann der Anhänger entdeckt. Wie dieser dorthin gelangte, ist aber noch unklar.
Leiche 1,4 Meter tief vergraben in Heustadel entdeckt
Das Gelände wurde von rumänischen Beamten zunächst erfolglos mit Leichenspürhunden durchsucht. In einem Heustadel entdeckte man schließlich eine mit Stroh abgedeckte, 150 mal 80 Zentimeter große Stelle, wo offenbar erst kürzlich gegraben worden war. In einer Tiefe von 1,4 Metern fand sich die Leiche der Vermissten, so das Landeskriminalamt. Sie lag bereits im Grundwasser, darunter noch eine Plastikplane und zwei zerschnittene Teppichteile.
Die Obduktion ergab, dass der Frau zunächst mit einem stumpfen Gegenstand auf den Kopf geschlagen und sie anschließend erstickt worden war.
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