Auf die steigenden Ölpreise habe man in Tirol keinen Einfluss. "Dies entspricht nicht der Mentalität der Tiroler, die gerne die Herausforderungen selbst angehen", erklärte der Landeshauptmann. Mit dem Ausbau der Wasserkraft würde sich auch die Auslandsabhängigkeit in Energiefragen verringern. Wenn man wolle, dass Sonnen- und Windkraftgewinnung in Deutschland ausgebaut werden, dann müssen man zum Ausbau und Speichern der Wasserkraft in Tirol bereit sein, betonten die beiden LHStv. Anton Steixner (ÖVP) und Hannes Gschwentner (SPÖ).
Der Kriterienkatalog soll demnächst im Landtag beschlossen werden. Dem Vernehmen nach sollen nicht nur die Landtagsabgeordneten der Regierungsparteien, sondern auch Oppositionsparteien den Kriterienkatalog absegnen. So haben etwa die Grünen und die FPÖ ihre Zustimmung signalisiert.
Vorgaben des Kriterienkatalogs nicht erreicht
Mit dem WWF und dem Alpenverein konnten die Verhandlungen über den Kriterienkatalog nicht zu Ende geführt werden. Zu strenge Vorgaben des Kriterienkatalogs hätten das Erreichen der energiepolitischen Ziele verhindert, erklärte Steixner. Auch wenn Kompromisse gemacht hätten werden müssen, sei der vorliegende Kriterienkatalog ein positives Signal.
"Als Umweltanwalt ist es meine erste Pflicht, mögliche Beeinträchtigungen der Tiroler Natur hintanzuhalten. Gerade wenn es um die künftige Generation geht, dürfen wir meines Erachtens hochwertige Strecken nicht aufs Spiel setzen. Ein Ausbauziel von 2,8 TWh würde dies aber zwangsläufig bedeuten", betonte Landesumweltanwalt Johannes Kostenzer in einer Aussendung.
Katalog von Fachleuten erarbeitet
Der Kriterienkatalog soll ein Instrument für eine objektive Beurteilung von Gewässerstrecken und von Projekten auf ihre Eignung zur Nutzung der Wasserkraft sein. Nach dem Veröffentlichen eines Richtlinienentwurfs für den Kriterienkatalog seien rund 400 Stellungnahmen eingegangen. Dadurch seien auch wichtige Vorschläge eingebracht worden. In einer zweiten Phase sei dann der Kriterienkatalog von Fachleuten ausgearbeitet worden. Unter diesen Fachleuten seien auch Verbändevertreter aus Fischerei und Naturschutz gewesen.
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