Angst vor Strafen

Überfall erfunden: Bursche verletzte sich absichtlich

Kärnten
11.03.2011 09:29
Um einer Bestrafung zu entgehen, weil sie zu spät heimgekommen sind, haben drei Lehrlinge in Treffen einen Überfall erfunden und dann filmreif umgesetzt: Ein 19-Jähriger hatte sich sogar selbst verletzt. Bei der Aufklärung half indirekt ein kriminelles Quartett.

Von einem Überfall auf offener Straße in Treffen berichteten Anfang März zwei 16-Jährige und ein 19-Jähriger, der sogar ins Spital musste, im Lehrlingsheim. Doch wie sich herausstellte, haben die Lehrlinge den Überfall erfunden, um für ihre späte Heimkehr kein Fernsehverbot auszufassen.

"Der 19-Jährige hat sich auf die Lippe gebissen bis sie geblutet hat. Damit der angeblich durch einen Schlag verursachte Sturz echt wirkt, haben ihn die anderen mit Dreck beschmiert", weiß ein Ermittler der Polizeiinspektion Sattendorf. "Bei der Begehung gab es Ungereimtheiten: Die Burschen konnten ja angeblich wegen Dunkelheit keinen der Täter beschreiben. Der Tatort war aber direkt unter einer Laterne...", so ein Polizist.

Nächster Versuch zur Aufklärung: Jenes Kärntner Quartett, das sich am vergangenen Freitag in einem gestohlenen Wagen mit der Polizei in Bayern eine Verfolgungsjagd lieferte (siehe Infobox), hat ein Mitglied im Treffener Raum. Den drei Jugendlichen wurde ein Foto der 17-Jährigen gezeigt: War sie vielleicht eine Täterin? Sofort kam die Antwort: Nein. Obwohl im Dunkeln angeblich nichts zu erkennen war.

Die Lehrlinge werden wegen Vortäuschen einer strafbaren Handlung angezeigt. Gegen das Kärntner Quartett wird weiterhin ermittelt.

von Christina Kogler, Kärntner Krone


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