Tausende Einwohner im Westen Innsbrucks sind von einer kuriosen Versorgungslücke im öffentlichen Nahverkehr betroffen: Wollen sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln beispielsweise von Hötting nach Hötting West gelangen, müssen sie lange Umwege mit bis zu 30 Minuten Fahrzeit in Kauf nehmen. Mit dem Auto ist es über den direkten Weg in fünf Minuten zu schaffen.
"Die einfachste Lösung wäre die Verlängerung der Linie A um eine Station nach Allerheiligen zur Linie O", zeigt SPÖ–GR Helmut Buchacher auf, der bereits vor vier Jahren den ersten Antrag dazu eingebracht hat. Dieser wurde übrigens einstimmig beschlossen.
Dass die Notwendigkeit besteht, den Westen Innsbrucks mit öffentlichen Verkehrsmitteln besser zu erschließen, weiß auch die Stadt. Doch sie hat anderes geplant: "Die aus fachlicher Sicht eindeutig favorisierte Erschließungsvariante in Bezug auf die Führung der Linie A wäre jedoch ein ÖPNV-Durchstich in der Karl-Innerebner-Straße", heißt es im dazugehörigen Bauakt. Gemeint ist damit die Freigabe der Straße für den öffentlichen Nahverkehr – "und später wohl für alle Autos", befürchten die Anrainer und starteten eine Protestaktion mit bis dato 800 Unterschriften.
Damit ist die Patt-Situation perfekt. "Deswegen ist die Verlängerung der Linie A nun ein Gebot der Stunde", fordert GR Buchacher erneut: "Das würde schnell gehen, wäre kostengünstig und viele Bürger hätten etwas davon. Schließlich befinden sich in Hötting-West Schulen, die Uni, Altersheim und vieles andere", erklärt Buchacher bei einem Lokalaugenschein. Er versteht nicht, warum es seit vier Jahren keine Lösung gibt. "Wirtschaftlichkeit kann es wohl nicht sein. Sonst müsste man ja viele IVB-Linien zusperren!"
von Philipp Neuner, "Tiroler Krone"
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