Versorgungslücke

Anrainerprotest verhindert schnelle Bus-Lösung

Tirol
07.03.2011 22:00
Die Bewohner von Hötting, Hötting West und Kranebitten müssen zurzeit 30 Minuten Fahrzeit in Kauf nehmen, wollen sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln in den jeweils angrenzenden Stadtteil gelangen. Angesichts einer Pkw-Fahrzeit von fünf Minuten eine kuriose Situation. Eine machbare Lösung liegt auf dem Tisch, aber die Stadt will eine andere – gegen die heftig protestiert wird!

Tausende Einwohner im Westen Innsbrucks sind von einer kuriosen Versorgungslücke im öffentlichen Nahverkehr betroffen: Wollen sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln beispielsweise von Hötting nach Hötting West gelangen, müssen sie lange Umwege mit bis zu 30 Minuten Fahrzeit in Kauf nehmen. Mit dem Auto ist es über den direkten Weg in fünf Minuten zu schaffen. 

"Die einfachste Lösung wäre die Verlängerung der Linie A um eine Station nach Allerheiligen zur Linie O", zeigt SPÖ–GR Helmut Buchacher auf, der bereits vor vier Jahren den ersten Antrag dazu eingebracht hat. Dieser wurde übrigens einstimmig beschlossen.

Dass die Notwendigkeit besteht, den Westen Innsbrucks mit öffentlichen Verkehrsmitteln besser zu erschließen, weiß auch die Stadt. Doch sie hat anderes geplant: "Die aus fachlicher Sicht eindeutig favorisierte Erschließungsvariante in Bezug auf die Führung der Linie A wäre jedoch ein ÖPNV-Durchstich in der Karl-Innerebner-Straße", heißt es im dazugehörigen Bauakt. Gemeint ist damit die Freigabe der Straße für den öffentlichen Nahverkehr – "und später wohl für alle Autos", befürchten die Anrainer und starteten eine Protestaktion mit bis dato 800 Unterschriften. 

Damit ist die Patt-Situation perfekt. "Deswegen ist die Verlängerung der Linie A nun ein Gebot der Stunde", fordert GR Buchacher erneut: "Das würde schnell gehen, wäre kostengünstig und viele Bürger hätten etwas davon. Schließlich befinden sich in Hötting-West Schulen, die Uni, Altersheim und vieles andere", erklärt Buchacher bei einem Lokalaugenschein. Er versteht nicht, warum es seit vier Jahren keine Lösung gibt. "Wirtschaftlichkeit kann es wohl nicht sein. Sonst müsste man ja viele IVB-Linien zusperren!"

von Philipp Neuner, "Tiroler Krone"

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Tirol
07.03.2011 22:00
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Tirol
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung