Plötzlicher Rücktritt

TVB Innsbruck: Feuer am Goldenen Dachl

Tirol
01.09.2021 15:00

August Penz, der 1. Obmann-Stellvertreter des Innsbrucker Tourismusverbandes, gab am Dienstag überraschend seinen Rücktritt bekannt. Als Grund nannte er das „miese Verhalten“ von Obmann Karl Gostner.

Knalleffekt beim Tourismusverband Innsbruck und seinen Feriendörfern! Der 1. Obmann-Stellvertreter August Penz hat gestern seinen sofortigen Rücktritt bekannt gegeben – der Brief an den TVB wurde der „Krone“ zugespielt. Was für die meisten überraschend erscheint, war in Wahrheit längst klar. Insider wissen, dass das Verhältnis zwischen Penz und Obmann Karl Gostner schon lange angespannt ist. Spätestens seit dem Verkauf der Muttereralm-Bahn an einen ausländischen Investor. Penz und einige andere sind für eine Tiroler Lösung eingetreten – die Familie Penz, die zu den größten Gastronomen in der Stadt zählt, wäre sogar bereit gewesen, selbst Geld in die Hand zu nehmen. Doch der ausländische Bieter setzte sich am Ende des Tages in den Gremien durch.

Ärger nach Gespräch im Juli
Aus dem Brief geht hervor, dass es bereits im Juli ein Gespräch zwischen Penz und Gostner gab. „Ich wollte mit ihm die offenen Baustellen in der Stadt und die mir wichtigen Themen besprechen“, schreibt der renommierte Unternehmer. Da ging es von Congress-Messe über Busgarage bis hin zu Christkindlmarkt, Altstadt-Attraktivierung und Werbekampagnen.

„Ich habe aber einen erschreckend ideenlosen und nicht interessierten Gesprächspartner erlebt“, formuliert Penz. Und weiter: „Vielmehr nützte er diese Gelegenheit, um mir in einer schäbigen, menschlich letztklassigen Art und Weise deutlich zu machen, dass er mich in Zukunft in keiner Funktion des Tourismusverbandes mehr haben möchte. Einigen meiner Kollegen wurden bereits Wochen vorher einige Funktionen für die Zeit nach der Wahl in Aussicht gestellt!“

Kein Sesselkleber
Bei Penz - er ist Gastronom - und Gostner - er ist Textilhändler - treffen natürlich komplett verschiedene Weltanschauungen aufeinander. Auch bei den (Werbe-)Strategien. Wie auch immer: Penz hat die Konsequenzen gezogen - auch, weil er auf das Mandat im TVB nicht angewiesen ist und es auch gar nicht notwendig hat, ein Sesselkleber zu sein.

Zwischen den Zeilen rät er aber auch Gostner, sich zurückzuziehen: „Veränderungen sind notwendig und werden von mir persönlich auch im eigenen Unternehmen gefördert. Neue Personen und frische Köpfe können notwendige Innovationen miteinbringen. Es ist wichtig, immer wieder erfrischend andere Sichtweisen zuzulassen. Aber so mies, wie sich Karl Gostner mir gegenüber nach derart vielen Jahren benommen hat, das lasse ich mir von einem - über weite Strecken hoch überschätzten - Obmann sicher nicht gefallen.“

Vorwürfe laut Gostner unbegründet
Auf „Krone“-Nachfrage bestätigte Karl Gostner, dass er Penz ersucht habe, nicht mehr zu kandidieren. Die Vorwürfe seien jedoch unbegründet: „Wer mich kennt, weiß, dass ich nicht lange um den heißen Brei rede, aber stets versuche, höflich zu bleiben!“ PS: Das Foto von Penz auf der TVB-Homepage war gestern Mittag schon weg. Was viel sagt.

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