30.08.2021 08:59 |

Grossartiges Finale

Mehrere Glanzpunkte zum Abschluss der Schubertiade

Am Sonntagmittag ist die Schubertiade Schwarzenberg zu Ende gegangen. Mehr als elftausend Besucher hörten die insgesamt zwanzig Konzerte, mehrere davon wurden aufgezeichnet und werden von internationalen Radiostationen ausgestrahlt. Auch unter den Konzerten vom Freitag und Samstag waren Glanzpunkte.

Die Sternstunden magischer Interpretationen häuften sich gerade in diesen letzten Tagen der Schubertiade. So hat die Mezzosopranistin Violeta Urmana bei ihrem Liederabend am Freitag eine wundervolle Deutung von Liedern von Gustav Mahler geboten. Ihr Begleiter am Klavier, Helmut Deutsch, war gefordert, denn diese sind eigentlich für Stimme und Orchester geschrieben. Deutsch entlockte aber den schwarzweißen Tasten eine Fülle von Klangfarben, so fehlte fast nichts.

Auch der Nuancenreichtum der Sängerin war stupend, ihr Mezzosopran scheint keine Grenzen zu kennen, gebietet sie doch mühelos über eine zauberhaft feine Höhe genauso wie über tiefe Töne. Das ist umso bewunderungswürdiger, da Violeta Urmana seit gut dreißig Jahren das ganz große Fach auf den internationalen Opernbühnen singt. Die „Lieder eines fahrenden Gesellen“ von Mahler sowie eine Auswahl seiner Lieder „Aus des Knaben Wunderhorn“ waren der Sängerin auf den Leib geschneidert, und hier kehrte die würdige Dame sogar ihre koketten Seiten hervor, zur Freude des Publikums. Die Lieder Schuberts vor der Pause - es waren großteils weniger bekannte - zeigten sich etwas spröder. Zwar genoss man auch hier den faszinierenden Klang der Stimme, aber der Text war weniger verständlich und auch die Gestaltung gleichförmiger.

Ganz anders Bariton Andre Schuen samstagnachmittags. Aktuell der erklärte Liebling des Publikums, bekrönte er die Darbietung der großen Schubert-Zyklen mit dem „Schwanengesang“. Und dabei übertraf er sich selbst, spielte mit seiner ausdrucksvollen Stimme in allen Nuancen vom entsagenden Pianissimo („In der Ferne“) über ein lockeres Parlando („Abschied“) bis zum schaurig-verzweifelten Forte-Aufschrei („Kriegers Ahnung“). Daniel Heide ist auch diesmal der kongeniale Partner am Flügel, in idealer Weise mitatmend, mitschaffend. Die Zugaben machten schließlich vollends glücklich, denn wer hört nicht gern von solch begnadeten Interpreten „Die Taubenpost“, den „Musensohn“ oder „Du bist die Ruh“.

Weniger spektakulär, aber an Qualität nicht nachstehend, präsentierte sich am Samstagabend der aus dem Tessin stammende Pianist Francesco Piemontesi. Er setzte mit diesem Konzert seinen 2018 hier begonnenen Schubert-Zyklus fort, und zwar mit den Sonaten C-Dur („Reliquie“), der in a-Moll D 840 und der berühmten in c-Moll D 958. Mit klarem Spiel und technisch über jedes Problem erhaben, zauberte er perlende Läufe ebenso wie intensive und harsche Akkorde, etwa in der Beethoven-nahen c-Moll Sonate. „Es ist, als ob er mit dem Klavier eine Geschichte erzählen würde“, meinte jemand. Ein schöneres Kompliment kann man kaum machen. 

Anna Mika
Anna Mika
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