Salzburg-Chefredakteur Claus Pándi in seiner Kolumne über den Kampf um die ORF-Landesdirektorenstelle.
Die Bewerbung von Waltraud Langer für den Posten als Landesdirektorin im Salzburger ORF ist ein positives Zeichen - für den ORF.
Mehr Kandidaten für diese Funktion bedeuten auch mehr Wettbewerb. Nach den mäßig appetitlichen Vorgängen rund um die Bestellung des neuen ORF-Generaldirektors kann das eine heilsame Wirkung haben. Die seit jeher geübte Praxis ausgemachter politischer Besetzungen für derartige Spitzenjobs ist nicht gesund für ein Land. Das war zwar immer so, aber es war noch nie gut so.
Waltraud Langer wird dem bürgerlichen Lager zugerechnet. Das mag mit ihrer Arbeit als Wirtschaftsjournalistin zu tun haben. Einem politischen Lager oder einer Seilschaft ist die gebürtige Salzburgerin nicht zuzuordnen.
Es wären bisher auch noch aus keiner Partei Stimmen der Unterstützung für Langers Kandidatur zu vernehmen gewesen. Ein viel besseres Empfehlungsschreiben könnte es kaum geben. Für bereits in den Startlöchern stehende Bewerber mit besonderer Verbindung zu einer Partei wird es damit schwierig. Wobei die Nähe zu einer Partei auch kein Ausschließungsgrund sein darf.
Ohnehin kann es gar nicht genug qualifizierte Interessenten am ORF-Chefposten in Salzburg geben. Ob nun der amtierende Direktor bleibt oder eine neue Direktorin kommt: Einfach wird der Job keinesfalls. Das hat nicht nur mit dem wirtschaftlichen Umfeld zu tun, sondern noch mehr mit den zunehmend schwerer abzuwehrenden Begehrlichkeiten aus der Politik.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.