Eine Strobler Gastronomin entdeckt also die Nische der Ungeimpften als neue Kundschaft und erfreut sich regen Zulaufs. Online-Bewertungen für ihre Angebote gehen in den Keller, der Ruf ist angekratzt. Alles egal, das Potenzial ist es der Dame scheinbar wert. Der Werbeeffekt genügt ihr aber, sie selbst äußert sich grundsätzlich nicht dazu.
Doch wie weiß sie nun, wer geimpft ist und wer nicht? Antikörper-Tests wird sie wohl nicht in ihrem Haus anbieten oder gar einfordern. Manche munkeln ja, sie pendelt aus. Die vom Gast ausgehenden Schwingungen zeigen an, wer geimpft ist. Feng-Shui einmal anders. Klingt aber unwahrscheinlich. Man versetze sich in die Lage hinein: Beim Warten auf den Ginsengtee mit laktosefreier Ziegenmilch wird der Moment der Wahrheit schnell zur Geduldsprobe. Vielleicht steht das Bio-Cola bei der Konkurrenz ja doch ein bisserl schneller auf dem Tisch.
Realistischer ist dann doch, dass sie mittels weiblicher Intuition entscheidet - gefürchtet bei Männern. Fest steht: G’spritzt ist bei ihr vorläufig nur die Saftauswahl - zumindest auf Nachfrage. Solange dieses, manche würden wohl sagen, Gastro-Problem nicht auf den Magen schlägt, kann man den Einfall ja als pfiffigen Gag bezeichnen. Dass es mehr als genug interessierte Impfskeptiker gibt, beweist dieser Tage ihr wirtschaftlicher Erfolg.
Vielleicht wäre es ja auch ein Treffpunkt für besorgte Eltern, die erwägen, ihre Kinder von der Schule abzumelden. Ganz entspannt am Wolfgangsee abwägen, welche Vorteile das hat.
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