17.08.2021 17:00 |

Tiroler Bilanz 2020

Corona-Folgen: 334 Millionen neue Schulden

Jetzt liegt in nackten Zahlen vor, was sich prinzipiell längst abzeichnete: Das Corona-Jahr 2020 erhöhte den Schuldenstand Tirols um 334 Millionen Euro. Ein ausgeglichenes Budget wie die acht Jahre zuvor war illusorisch. LH Günther Platter verweist jedoch auf die stabile Ausgangslage, insgesamt bleibe die Lage „solide“.

In der Regierungssitzung am hohen Frauentag beschloss die Landesregierung den endgültigen Rechnungsabschluss 2020. Wichtigstes Fazit: Im Vorjahr kam es bei Ausgaben von 4,37 Milliarden Euro zu einer Erhöhung des öffentlichen Schuldenstandes um 334 Millionen Euro. Diese Erhöhung der Schulden ist einnahmenseitig auf die verminderten Ertragseinteile des Bundes von 168 Millionen Euro und ausgabenseitig auf pandemiebedingte Mehrausgaben von 170 Millionen Euro im Jahr 2020 zurückzuführen.

Haftungen reduziert
Die Haftungen haben sich gegenüber 2019 von 142 auf 136,5 Millionen Euro reduziert. Im Jahr 2015 lagen diese noch bei 2,5 Milliarden Euro. Die internationale Kredit-Ratingagentur Standard & Poors (S&P) weist für Tirol eine konstante Bonitätsbewertung (Rating) von AA+/A-1+ aus.

Ausgeglichene acht Jahre nun ein Vorteil
LH Günther Platter sieht insgesamt keinen Grund zur Sorge: „Tirol hat seit dem Jahr 2012 zuletzt achtmal in Folge ein Nulldefizit erreicht. Wir haben in den vergangenen Jahren gut gewirtschaftet und mit Disziplin sowie Sparsamkeit den niedrigsten Schuldenstand aller Bundesländer aufgewiesen.“ Das Motto „Spare in der Zeit, dann hast du in der Not“ werde nun belohnt. Platter: „Diese solide Ausgangslage kam uns in der Corona-Pandemie zugute und wir konnten konjunkturbelebende Sofortmaßnahmen ergreifen. Klar ist auch, dass wir ohne Pandemie weiterhin keine neuen Schulden gehabt hätten.“

Die Steuereinnahmen brachen dramatisch ein
Der straffe Budgetkurs der vergangenen Jahre war im Pandemiejahr 2020 freilich nicht zu halten. Rein bei den Steuererträgen kam es zu Mindereinnahmen in der Höhe von 168 Millionen Euro. Der öffentliche Schuldenstand hat sich von 250 auf 584 Millionen Euro erhöht, auch aufgrund der verstärkten Investitionen im Rahmen der Krise. Für die Jahre 2020/21 beschloss das Land bereits im Vorjahr zwei Konjunkturpakete (230 bzw. 169 Millionen Euro) sowie ein Maßnahmenpaket für den Lebensraum Tirol mit insgesamt 400 Millionen Euro.

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