10 Prozent des Solls

D: Kaum Freiwillige nach Aussetzung der Wehrpflicht

Ausland
01.03.2011 07:10
Der deutschen Bundeswehr drohen nach der beschlossenen Aussetzung der Wehrpflicht erhebliche Personallücken: Das Verteidigungsministerium geht davon aus, dass die Zahl der Freiwilligen vorerst drastisch hinter dem Bedarf der Streitkräfte zurückbleiben dürfte. So entspricht für den Einberufungstermin April die bisherige Zahl der Freiwilligen nur zehn Prozent des Solls.

Dem für April gemeldeten Personalbedarf von 3.077 freiwillig länger Dienenden stehen nach altem Muster 306 Interessenten gegenüber, berichtete die "Financial Times Deutschland" am Dienstag unter Berufung auf Statistiken des Verteidigungsministeriums. Gemindert werde die Lücke nur durch Wehrpflichtige, die trotz der Aussetzung der Wehrpflicht auf Antrag einen sechsmonatigen Dienst leisten wollten.

Auch für den neuen Freiwilligendienst, der am 1. Juli beginnen soll, zeichnet sich dem Bericht zufolge ein geringes Interesse ab. Laut Ministeriumsstatistik seien mehr als 162.000 bereits als tauglich Gemusterte sowie Maturanten und Mittelschüler des Abschlussjahrgangs 2011 angeschrieben worden. Nur 4.011 von ihnen hätten geantwortet und "konkretes Interesse" bekundet.

Ministerium hofft auf Werbekampagne
Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums räumte gegenüber der Zeitung ein, dass man mit dem bisherigen Interesse "noch nicht zufrieden" sei. Zugleich wandte er sich gegen voreilige Schlüsse. Ziel sei es, künftig 12.000 Freiwillige pro Jahr zu rekrutieren. "Daran müssen wir uns messen lassen." Der Sprecher verwies auf eine ab März geplante Werbekampagne und ein umfassendes Programm, mit dem der Dienst in der Bundeswehr attraktiver gestaltet werden solle.

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