Geimpft oder PCR-Test

Pilotprojekt: Nova Rock Encore heuer mit 2-G-Regel

Musik
11.08.2021 15:15

Konzertveranstalter Barracuda Music hat sich kundige Wissenschafter ins Boot geholt, um Popevents in Corona-Zeiten zu ermöglichen.

kmm

Die kurzfristige Absage des auf vier Tage anberaumten Frequency Festivals in St. Pölten liegt Veranstalter Ewald Tatar noch Wochen später schwer im Magen. „Es wurde völlig zu Unrecht abgesagt, und Gesundheitsminister Mückstein hat sein Versprechen gebrochen.“

Nova Rock Encore als Pilotprojekt und Flaggschiff
Steigende Inzidenzzahlen und die viel zu hohe Impfunwilligkeit in der Bevölkerung machen es den Veranstaltern nicht leicht, doch das am 11.9. in Wiener Neustadt stattfindende Nova Rock Encore soll nun als Pilotprojekt und Flaggschiff für ein fortlaufendes Konzert- und Festivalcomeback dienen. Dafür hat sich Barracuda Music mit führenden Wissenschaftlern und Ärzten zusammengetan, um die Kultur wieder zum Leben zu erwecken und die Impfbereitschaft in der Bevölkerung zu steigern.

Zitat Icon

Es wird nach dem 2-G-Prinzip vorgegangen und soll ein Leuchtturmprojekt sein.

Konzertveranstalter Ewald Tatar

Nova Rock Encore mit 2-G-Regel
„Es wird nach dem 2-G-Prinzip vorgegangen und soll ein Leuchtturmprojekt sein“, so Tatar, „dass solche Festivals klappen, wissen wir. Beim Szene-Open-Air in Lustenau gab es bei 7000 Besuchern zwei Infizierte.“ Mit Gesundheitsexperte Hans-Peter Hutter und Simulationsforscher Niki Popper wurde für das Nova Rock Encore ein Präventionskonzept entwickelt, das die gesetzlichen Vorgaben übertrifft und die Angst vor Großveranstaltungen nehmen soll. Laut den Experten wurde von einem Worst-Case-Szenario aus kalkuliert. „Ein Nullrisiko gibt es bei keiner Krankheit, auch nicht bei Corona“, erläutert Hutter.

Zitat Icon

Das Motto lautet: Vorsicht, Umsicht und Zuversicht. Mit Events lassen sich Impflücken bei Jugendlichen leichter schließen.

Hans-Peter Hutter, Gesundheitsexperte

Rund 20.000 Fans sollen Seiler und Speer und Co. beim geschlossenen Event bejubeln, der PCR-Test darf nicht älter als 48 Stunden sein. Aus den Erkenntnissen des wissenschaftlich begleiteten Konzerts will man geplante Indoor-Veranstaltungen für kommenden Herbst und Winter ermöglichen. Die Angst, das Nova Rock Encore könnte zu einem „Superspreader-Event“ mutieren, hat Tatar nicht: „Ich kann das Wort schon gar nicht mehr hören. Schauen wir lieber optimistisch in die Zukunft.“

Ab welcher Inzidenzzahl das Event nicht durchführbar wird, bleibt offen, auch auf eine mobile Impfstelle beim Konzert wird verzichtet. Das Hauptziel sei es, die Jugend aber vermehrt zum Impfen zu motivieren. „Wir wollen als Vorbild für kommende Events fungieren.“

„Wir wollen zeigen, wie es mit Sicherheit gehen kann“
Veranstalter Ewald Tatar ist von der Politik enttäuscht, will aber neue Fakten für funktionierende Konzerte in Pandemiezeiten liefern.

„Krone“: Herr Tatar, das Nova Rock Encore ist ein geschlossenes Event, das Frequency Festival war es nicht. War die Absage nicht die sicherere Variante?
Ewald Tatar: Sportevents in Spielberg oder in Fußballstadien finden auch statt. Es hieß aber vor allem, dass jetzt die Jugend dran wäre, und dann sagt man das größte Festival für die Jugend ab. Damit wurde seitens der Politik ein Versprechen gebrochen. Wir sind jetzt da, um mit dem Nova Rock Encore samt wissenschaftlicher Begleitung zu zeigen, wie es so sicher wie möglich gehen kann.

Das Nova Rock Encore soll als Pilotprojekt dienen.
Wir wollen aufzeigen, dass wir beim Eingang schon mehr Infizierte aufweisen können, als beim Event verursacht würden. Es ist notwendig, Dinge zu versuchen und Fakten zu liefern. Wenn es von politischer Seite nicht stattfinden sollte, ist es für mich ein klares Signal gegen Jugendkultur.

Wird es beim Event Impfmöglichkeiten geben?
Nein, die gibt es nicht.

Fakten

So sieht es gesetzlich aus
Das Kunst-, Kultur- und Sportsicherungsgesetz (KuKuSpoSiG) gibt Veranstaltern, die Events wegen Corona absagen, die Möglichkeit, statt einer Erstattung Gutscheine zu vergeben. Bis 70 Euro wird ein Gutschein ausgestellt. Zwischen 70 und 250 Euro darf dieser max. 70 Euro betragen, der Rest ist auszuzahlen. Bei mehr als 250 Euro darf für den Betrag, der die zu zahlenden 180 Euro übersteigt, wiederum ein Gutschein ausgestellt werden. Bei Sammelbuchungen zählt jede Veranstaltung (Ticket) einzeln. Bei Abos kann man eine Anrechnung für Folge-Abos fordern. Gutscheine müssen für andere Events des Veranstalters einlösbar und gratis übertragbar sein. Nach 31.12. 2022 kann eine Erstattung verlangt werden. Für im 2. Halbjahr 2021 entfallene Events gilt der 31.12. 2023.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Musik
11.08.2021 15:15
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung