28.07.2021 07:30 |

Millionenverluste

Ärger über VKW-Deal mit Lecher Wasserkraftwerk

In der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter in Lech am Arlberg wurde beschlossen, eine Kooperation mit dem landeseigenen Energiekonzern VKW einzugehen. Dieser soll sich an den Kosten für den Neubau eines Wasserkraftwerks beteiligen. Dafür kassiert die VKW dann auch ein Viertel des Stromerlöses - 35 Jahre lang. Wie man es dreht und wendet: Die Gemeinde fällt bei diesem Deal um Einnahmen in Millionenhöhe um - der Ärger ist entsprechend groß.

Hitzig diskutiert worden ist in der Gemeindevertretersitzung am Montag in Lech. Unter anderem wurde die Frage gestellt, ob sich denn unter den Gemeindevertretern Lobbyisten der VKW befinden würden. Hintergrund für den Unmut: Lech baut ein Wasserkraftwerk, Kostenpunkt: rund 6,9 Millionen Euro. Am Montag hat die „Liste Lech“ schließlich einen Antrag eingebracht, in dem es um eine Kooperation mit der VKW ging. Im Rahmen dieser Kooperation soll sich die VKW mit einem Viertel an den Baukosten des Kraftwerks beteiligen und dafür ein Viertel der Stromerlöse einstreichen - und zwar für die Dauer von 35 Jahren. Hotelier und Gemeindevertreter Thomas Eggler (Liste „Unser Dorf“) rechnet vor: „Die VKW würden rund 1,4 Millionen Euro investieren und - beim derzeitigen von der ÖMAG vorgegebenen Strompreis - 3,8 Millionen kassieren. Der Gemeinde entgehen auf diese Weise also 2,4 Millionen Euro.“

Nun hätte es niemanden verwundert, wenn der Antrag abgeschmettert worden wäre. Ist er aber nicht. Mit den Stimmen von „Zusammen Uf Weg“ und „Liste Lech“ wurde der Antrag durchgebracht, die Kooperation ist beschlossene Sache. „Dieses Vorgehen hat auch mich als Bürgermeister überrascht“, kommentiert Stefan Jochum, „die beiden Listen haben das gemeinsam vorbereitet.“ Und alle anderen mit ihrer Mehrheit scheinbar überfahren. Denn eigentlich hätte am Montag bloß der Bau des Kraftwerks beschlossen werden sollen - und keine potenziellen Kooperationen. Kein Wunder, dass der Ärger über eine derartige Entscheidung groß ist.

Zu wessen Wohl wurde entschieden?
Zumal der Antrag auf Grundlage eines Angebots der VKW gestellt wurde, das der Liste „Unser Dorf“ gar nicht bekannt war. „Ich habe kein Verständnis dafür, dass die Gemeinde auf über zwei Millionen Euro verzichten soll - ohne Gegenwert bei desem Projekt,“ ärgert sich Thomas Eggler. Am Ende wird gefragt werden dürfen, ob in dieser Sache wirklich für das Wohl von Lech entschieden worden ist. 

Angelika Drnek
Angelika Drnek
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