Pilotprojekt gestartet

Gewalt in Familien: Nachbarn sollen mehr hinhören

„Er war eigentlich ein ganz netter Nachbar“ – so beginnen in vielen Fällen die Gespräche nach Gewaltattacken in Familien. Die Politik will nun handeln und die Bevölkerung stärker für häusliche Gewalt sensibilisieren. In Amstetten wird ein entsprechendes Pilotprojekt gestartet, das Vorbildfunktion haben soll.

Fakt ist: Häusliche Gewalt ist ein gesellschaftliches Problem. Allein im Jahr 2020 gab es im Land einen 17-prozentigen Anstieg der Fallzahlen. Insgesamt wurden daher im vergangenen Jahr 2280 Betretungs- und Annäherungsverbote ausgesprochen. Für SP-Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig ist die Tendenz besorgniserregend: „Heuer konnte zwar ein leichter Rückgang bei der Anzahl der Fälle beobachtet werden, allerdings verläuft die Entwicklung fast ident zum Vorjahr“, so die Politikerin. Gegensteuern will man nun mit einer neuen Kampagne zur Gewaltprävention, Amstetten macht hierzulande den Anfang.

Sensibilisierte Nachbarschaft aufbauen
Ziel des Projektes „Stop – Stadtteile ohne Partnergewalt“ ist es nun, eine sensibilisierte Nachbarschaft aufzubauen, damit häusliche Gewalt keinen Raum mehr hat. Unter der Federführung des Amstettner Frauenhauses sollen Bürger eingeladen und befähigt werden, sich als Nachbarn gegen Gewalt in Familien zu engagieren. „Hinhören, hinsehen und aktiv werden“, lautet die Devise. In den meisten Fällen könnten damit schon wichtige Schritte eingeleitet werden, heißt es.

Josef Poyer
Josef Poyer
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