Alle warten auf den großen Knall. Doch der kommt nicht. Plötzlich hebt sich am gegenüberliegenden Hang die Abbruchkante, Gesteinsmassen stürzen 15 Meter in die Tiefe – Millisekunden später zeugt nur noch eine Staubwolke von den über 12.000 Tonnen „Hauwerk“ der Sprengung gerade eben.
Für knapp vier Tage reicht das so gewonnene Material, erläutert Florian Hengl. Er führt mit seinem Onkel Max Hengl die Firma, die seit mehr als 100 Jahren in NÖ Rohstoffe für den Infrastruktur-Bau liefert. Granit aus Limberg macht Autobahnasphalt langlebiger und trägt ÖBB-Gleise: „Gegründet wurde dieser Steinbruch zum Bau der Franz-Josefs-Bahn“, schildert Hengl.
NÖ versorgt Wien mit wichtigen Rohstoffen
Auch neue Lebensräume finden auf dem Granit festen Halt. „Ein Großteil der Wiener Donauinsel wurde damit aufgeschüttet“, erklärt Florian Hengl, der betont: „Die Hälfte der in NÖ geförderten mineralischen Rohstoffe wird in Wien verbaut.“
Apropos Lebensräume: Umwelt-, Tier- und Artenschutz sind mittlerweile aus der Rohstoffbranche nicht mehr wegzudenken. „Wir arbeiten bei der Rekultivierung der Abbauzonen mit WWF und Bird Life zusammen“, betont Hengl. Zwei Uhu-Paare brüten bereits auf dem Steinbruch-Areal. Und die Kreislaufwirtschaft – also Recycling von Baumaterial – spielt eine immer bedeutendere Rolle.
Bevölkerung profitiert vom nahen Steinbruch
Auch das Einvernehmen mit der Bevölkerung ist wichtig. Das Gelände steht als Kulisse für Konzerte und andere Events bereit. Zudem wird ein Hochwasserschutzprojekt umgesetzt: Der Steinbruch dient dann als riesiges Retentionsbecken für Orte im Schmidatal. Das Land unterstützt solche engagierten Betriebe über die Beteiligungsgesellschaft NÖBEG. Landesrat Jochen Danninger: „In Limberg werden Innovation, Digitalisierung und Umweltschutz perfekt verbunden.“
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