30.06.2021 10:00 |

Umfrage in Spitälern:

Salzburg braucht mehr Ärzte!

Die Anforderungen an die Salzburger Spitalsärzte steigen ebenso wie der Druck – im Gegensatz zum Personalstand. Das führt wiederum zu Unzufriedenheit mit dem Management. Dies hat unter anderem eine Befragung der Ärztekammer ergeben. Die Beteiligung war mit 40 Prozent dabei hoch.

„Die Corona-Krise hat gezeigt, dass das System hart am Abgrund gefahren wird“, sagt Salzburgs Ärztekammerpräsident Karl Forstner. Eine IMAS-Studie unter den Spitalsärzten im Auftrag der Kammer hat ergeben, dass die Belastung durch eine Arbeitsverdichtung, steten Zeitdruck und den Personalmangel als Problem wahrgenommen werden. Aber nicht erst seit der Krise. Die Forderungen von Präsident Forstner und seinem Vize Jörg Hutter sind klar: „Es braucht mehr Personal. Sowohl bei den Ärzten wie den Pflegern.“ Sonst habe man zu wenig Zeit für die Kernaufgaben. Eine Personalknappheit sei verheerend und hat immer Folgen. Erkennbar ist diese auch an leeren Operationssälen, die teils nicht benützt werden können, weil schlicht Personal fehlt.

Neben der hohen Arbeitsbelastung an sich spielt auch die Wertschätzung für die Mediziner eine große Rolle. Laut der Umfrage, an der sich 805 Spitalsärzte beteiligten, sei diese durch die Spitalsführung zu gering. Auffallend: Sind die Ärzte in ihren Abteilungen noch zufrieden, schaut das Bild beim Gesamtbetrieb deutlich schlechter aus. Management-Kritik wird hörbar.

Die Mediziner fühlen sich im Stich gelassen
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft den Umgang bei Fehlern. „Es ist ein Problem, wenn die Hälfte der Ärzte ein Problem mit dem Rückhalt hat“, so Hutter. Er spricht dabei auch davon, dass die Kommunikation – intern wie in der Öffentlichkeit – verbessert werden muss und dass die Spitäler in schwierigen Situationen Loyalität gegenüber den Mitarbeitern zeigen müssen. Fehlverhalten dürfe aber nicht verdeckt werden.

Felix Roittner
Felix Roittner
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