Täuschungsmanöver
Assange: Aus Angst vor CIA als alte Frau verkleidet
"Sie können sich nicht vorstellen, wie komisch das gewesen ist", erzählte WikiLeaks-Mitarbeiter James Ball den beiden Journalisten der britischen Zeitung "The Guardian", die das Buch "WIKILEAKS: Inside Julian Assange's War on Secrecy" (WIKILEAKS: Einblick in Julian Assanges Krieg gegen die Geheimhaltung) verfassten.
"Mehr als zwei Stunden lang blieb er als alte Frau verkleidet", so Ball. Dabei habe es keine ersichtlichen Anzeichen für eine geheimdienstliche Verfolgung gegeben. Die ungewöhnliche Episode habe sich während eines Aufenthalts von Assange in Großbritannien abgespielt, heißt es in der Biografie. Am Montag wurden erstmals Auszüge aus dem Buch der beiden Autoren, die bereits mehrfach WikiLeaks zugespielte Geheimdokumente veröffentlichten.
Assange "arrogant und feindselig"
In der vergangenen Woche hatte die Zeitung "New York Times" die Veröffentlichung eines elektronischen Buchs über WikiLeaks angekündigt und versprochen, 27 weitere Geheimdokumente offenzulegen. Auch über Assange gab es pikante Einzelheiten zu erfahren, so sei er "arrogant, feindselig und unberechenbar".
In seinem Vorwort, das in Auszügen bereits veröffentlicht wurde, beschreibt Chefredakteur Bill Keller die stürmisch Beziehung mit dem WikiLeaks-Gründer. Der Australier hätte einem Stieg-Larsson-Thriller entstammen können, schreibt Keller. Die Journalisten, die mit ihm zu tun hatten, hätten Assange niemals als "Partner oder Mitarbeiter" angesehen, sondern als reine "Quelle", die ihre eigenen Ziele verfolge.
Zurzeit unter Hausarrest
Assange ist der Kopf der Enthüllungsplattform WikiLeaks, die im vergangenen Jahr geheime US-Unterlagen zu den Einsätzen in Afghanistan und im Irak sowie Depeschen der US-Diplomatie im Internet veröffentlicht hat. Damit zog er den Zorn der Regierung in Washington auf sich. Die USA prüfen rechtliche Schritte gegen den Australier, der momentan unter Hausarrest in Großbritannien steht. Gegen den 39-jährigen Australier wird in Schweden wegen Verdachts der Vergewaltigung und sexuellen Nötigung ermittelt. Assange sieht die Vorwürfe als Teil eines Komplotts gegen ihn und befürchtet eine Ausweisung in die USA.
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