Am 26. Juli 2006 wurde der Gebäudetechniker eines Unterländer Unternehmens zum Firmen-Parkplatz gerufen – wegen eines Stückes Holz, das mit Klebeband umwickelt war und an dessen Oberseite LED-Lämpchen blinkten. "Ich hatte keine Angst, war aber dennoch vorsichtig und habe das Gerät zuerst mit einer Holzlatte aus einiger Entfernung angestupst", erzählt der Angestellte. Dann betrachtete er es aus der Nähe und meldete den Fund den Chefs und der Polizei.
Am 11. November 2009 und am 7. Juli 2010 wurden dann in der Nähe des Firmengeländes erneut dubiose "Geräte" gefunden, die wohl als Bombenattrappe dienen sollten. Und schließlich wurde auch ein Verdächtiger ausfindig gemacht. Ein 42-Jähriger, der früher beim Unternehmen beschäftigt war, hatte DNA-Spuren hinterlassen – und ihn dürften wohl Hassgefühle getrieben haben.
"Weiß gar nicht, warum ich heute hier bin"
Am Freitag musste sich der Unterländer am Gericht verantworten. Doch er gestand nichts: "Ich weiß gar nicht, warum ich heute hier bin", erzählte er dem Richter. Er sei Bastler und habe mit diesen Geräten mehrere Messungen im Feld durchgeführt. Warum er dann auf Nachfrage der Polizei unbedingt mit seinem Anwalt sprechen wollte, konnte er nicht erklären.
Der Richter glaubte dem Mann kein Wort und sah es als erwiesen an, dass er mit den "Bombenattrappen" durchaus gewisse Personen in Angst und Schrecken versetzen wollte. Der 42-Jährige wurde zu 1.500 Euro (bedingter) Geldstrafe verurteilt. Nicht rechtskräftig.
von Stefan Ruef, Tiroler Krone
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