Abrüstungsvertrag

USA und Russland setzen START-Abkommen in Kraft

Ausland
26.01.2011 09:43
Nach der Duma hat am Mittwoch auch das russische Oberhaus den Atomwaffen-Abrüstungsvertrag START mit den USA ratifiziert. Der Föderationsrat votierte einstimmig für das Dokument. Der US-Senat hatte dem Vertrag bereits im vergangenen Jahr zugestimmt.

Der Vertrag zur Reduzierung strategischer Offensivwaffen (START) gilt als die wichtigste Vereinbarung zur nuklearen Abrüstung der beiden größten Atommächte seit 20 Jahren. Der US-Senat hatte die Vereinbarung bereits vor Weihnachten ratifiziert.

Der START-Vertrag verpflichtet beide Staaten, die Zahl der stationierten Atomsprengköpfe innerhalb der nächsten sieben Jahre von je 2.200 auf 1.550 zu reduzieren. Die stationierten Trägersysteme sollen auf jeweils 700 begrenzt werden. In Ausnahmefällen sind auch 800 vorübergehend erlaubt, wenn zum Beispiel ein mit Atomwaffen bestücktes U-Boot ausläuft, um ein anderes noch stationiertes abzulösen. 

Beide Staaten fügten Zusatzerklärungen an
Russland hat dem Dokument ebenso wie die USA eine Zusatzerklärung beigefügt. Demnach will Moskau den Vertrag nur einhalten, wenn die Sicherheit des Landes nicht durch neue Rüstungsinitiativen der USA bedroht werde. Wegen früherer US-Pläne unter Präsident George W. Bush für eine Raketenabwehr in Mitteleuropa hatte Russland die Ratifizierung des 1993 unterzeichneten START-II-Vertrags platzen lassen. Damals hatten die USA gegen den Widerstand Russlands in Tschechien und Polen eine Raketenabwehr aufbauen wollen. 

Der heutige US-Präsident Obama nahm von den Raketenabwehrplänen Abstand. Zudem lud die NATO Russland ein, an einer Raketenabwehr gegen Terrorangriffe mitzuarbeiten.

Moskau und Washington könnten die ganze Welt zerstören
Nach Ansicht von Rüstungsgegnern reichte bisher allein das Arsenal Washingtons und Moskaus aus, um die ganze Welt viele Mal zu zerstören. Die Anzahl der nuklearen Sprengköpfe, die quer über den gesamten Planeten lagern oder in Raketensilos, U-Booten und Luftwaffenstützpunkten auf ihren potenziellen Einsatz warten, sind trotz des neuen Ankommens gewaltig: Einer Schätzung des renommierten "Bulletin of the Atomic Scientists" aus dem Vorjahr zufolge sind derzeit mehr als 23.000 Atomwaffen weltweit auf mehr als 110 Standorte in über 14 Staaten verteilt.

Den Löwenanteil mit rund 96 Prozent bestreiten dabei naturgemäß die nuklearen Supermächte USA und Russland. Neben ihnen besitzen allerdings auch mindestens sieben weitere Nationen Atomwaffen: Großbritannien, China, Frankreich, Indien, Pakistan, Nordkorea und Israel, das sein Nuklearpotenzial jedoch nie offiziell bestätigt hat.

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