28.05.2021 05:00 |

Nachhaltigkeit

Glas statt Plastik, Österreicher sind dafür

87% der Menschen hierzulande wünschen sich - laut einer aktuellen Umfrage von Greenpeace - dass viel mehr Getränke bis 2030 in Pfandflaschen abgefüllt werden.

Derzeit befinden sich in Österreich über 80 Prozent in Einweg-Gebinden, davon drei Prozent Glas, elf Metall(dosen), 45 Kunststoff und 22 Tetrapak, wie ein Greenpeace-Bericht zeigt. Nur etwas weniger als 20 Prozent aller Getränke befinden sich derzeit in umweltfreundlichen Mehrwegflaschen. Dabei waren es Anfang der 1990er Jahre noch 80 Prozent. Das geht eindeutig in die falsche Richtung. „In den vergangenen 20 Jahren wurden viele politische Fehler gemacht, die dazu geführt haben, dass heute umweltschädliche Einwegverpackungen den Markt dominieren. Sie heizen die Klimakrise an, verschmutzen die Umwelt und verschwenden wertvolle Ressourcen. Deshalb brauchen wir einen gesellschaftlichen Wandel. Weg von der Wegwerfkultur hin zu einer Kultur der Wiederverwendung“, erklärt Lisa Panhuber, Konsumexpertin bei Greenpeace Österreich.

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Weg von der Wegwerfkultur hin zu einer Kultur der Wiederverwendung.

Lisa Panhuber, Konsumexpertin bei Greenpeace Österreich

Einmal verwenden, dann verbrennen
Eine Glas-Mehrwegflasche kann bis zu 40-mal wiederbefüllt werden, eine PET-Mehrwegflasche bis zu 20-mal. Einwegflaschen hingegen werden nach einmaliger Verwendung verbrannt, landen in der Umwelt oder werden unter hohem Energieeinsatz recycelt. Doch nur rund 28 Prozent aller PET-Flaschen werden aktuell wieder zu Flaschen.

Jedes zweite Bier in Glasflaschen
Die Mehrweganteile von unterschiedlichen Getränken schwanken stark: Bier ist in mehr als zur Hälfte in wiederbefüllte Mehrweg-Flaschen verpackt. Bei Mineralwasser lag der Mehrweg-Anteil 2018 nur noch bei 16 Prozent und bei Milch sogar unter zwei Prozent. Fruchtsäfte und Limonaden werden zu sieben bzw. sechs Prozent in Glas angeboten, auch weil etliche kleinere regionale Brauereien Limonaden herstellen und die 0,5-Liter-Normflaschen verwenden. Milch ist seit März 2020 erstmals seit über 20 Jahren wieder in der Mehrwegflasche flächendeckend erhältlich. Erste Umfragen zeigen, dass die Flaschen sehr gut angenommen werden.

Supermarkt ohne Wegwerfverpackung
„Viele Alternativen zu Plastikverpackungen, ob Abfüllstationen oder Mehrwegflaschen, sind einfach umsetzbar und Umwelt, Konsumenten sowie Händler profitieren davon. Greenpeace fordert daher die Supermärkte auf, in innovative Mehrweg- und Nachfüllsystemen zu investieren. Nur wenn Alternativen angeboten werden, können die Konsumenten sie auch nachfragen“, betont Panhuber.

Karin Rohrer-Schausberger
Karin Rohrer-Schausberger
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