"Little Big Planet 2", das ist wie ein Ausflug in den Vergnügungspark, bei dem es auch nach dem x-ten Besuch noch Neues zu entdecken und zu erleben gibt. 30 neue Story-Levels haben die Entwickler von Media Molecule aus dem Hut gezaubert und allesamt strotzen sie nur so vor frischen Ideen und originellen Einfällen. Mit jedem Zentimeter, den man als Sackboy hüpfend, rollend oder sich sonstwie fortbewegend zurücklegt, spürt man, dass hier viel Liebe drin steckt. Unweigerlich schießen einem Adjektive wie herzig, putzig oder süß in den Kopf; doch vom hohen Niedlichkeitsfaktor darf man sich nicht täuschen lassen, denn in Wahrheit ist "Little Big Planet" ein mitunter knallharter Vertreter der Plattform-Zunft.
Im Gegensatz zum Vorgänger, wo es auch bereits in bewährter Manier in Vorder-, Mittel- und Hintergrund an Hindernissen und Monstern aller Art vorbeiging, stehen dem Sackboy-Helden bei dessen Kampf gegen das sogenannte Negativitron, eine Art alles Gute vernichtender Staubsauger-Monster, diesmal jedoch ein paar neue Werkzeuge zur Seite. So zum Beispiel ein Greifhaken zum Überwinden größerer Abgründe oder ein Handschuh, mit dem sich Gegenstände aufheben und tragen lassen. Highlight neben steuerbaren Kaninchen und einem rasenden Hamster aber ist die Helmkanone, mit der sich etwa kleine Törtchen verschießen lassen, die dann als Treppenersatz dienen. Und dann wären da noch die Sprungfelder, die den ansonsten eher sprungfaulen Sackboy durch die Luft katapultieren.
Während man sich so seinen Weg von A nach B bahnt, gibt es natürlich auch wieder jede Menge Extras einzusammeln. Dazu zählen Sticker ebenso wie Kostüme, Deko-Objekte und Musikstücke unterschiedlichster Genres, welche im spieleigenen Editor zur Erstellung neuer Levels herangezogen werden können. Alternativ dürfen über die EyeCam neue Bilder und Sprachsätze auch selbst erstellt werden. Wer Teil eins bereits gespielt hat, darf sich glücklich schätzen: Alle Sammelobjekte können automatisch importiert werden und stehen somit auch in "Little Big Planet 2" zur Verfügung. Der Editor selbst wurde vereinfacht, sodass sich nun auch Bastel-Einsteiger etwas leichter tun. Nach wie vor aber gilt, dass man sich schon richtig in die Materie reinfuchsen muss, um spielerisch wie optisch ansprechende Levels zu gestalten.
Wem das dafür nötige Geschick fehlt, der muss jedoch nicht verzweifeln und kann sich über das PlayStation Network einfach herunterladen, was andere geschaffen haben. Die Freude erlischt so schnell jedenfalls nicht, zumal neuerdings sowohl on- als auch offline bis zu vier Spieler gleichzeitig sackhüpfen können. Steht dabei noch das Miteinander im Vordergrund, so darf bei Mini-Games in eigenen Versus-Levels gegeneinander gewetteifert werden.
Zu guter Letzt wurden auch Besitzer von Sonys Bewegungssteuerung PlayStation Move bedacht: In zehn Bonuslevels können sie unter Zuhilfenahme des Motion-Controllers einem Sackboy – gespielt von einem zweiten Mitspieler per gewöhnlichem Controller – den Weg bereiten und etwa rechtzeitig Hindernisse aus dem Weg klicken, Stufen hervorzaubern oder Sprungfedern spannen. Teamwork und das richtige Timing sind hierbei entscheidend.
In Sachen Präsentation ist "Little Big Planet 2" über (fast) jeden Zweifel erhalben. Bis auf die mitunter längeren Ladezeiten ist das Spiel eine reinste Augenweide, bei der dank abwechslungsreicher Musikuntermalung auch die Ohren nicht zu kurz kommen.
Fazit: Die anfängliche Befürchtung, "Little Big Planet 2" könnte nur ein müder Aufguss des Vorgängers sein, hat sich glücklicherweise nicht bewahrheitet. Neue Gameplay-Elemente wie der Greifhaken oder die Helm-Kanone und vor allem die neuen Multiplayer-Funktionen bringen zusätzlichen Spaß ins Geschehen, welcher dank integriertem Editor und herunterladbarer Levels beliebig fortsetzbar ist.
Plattform: PS3
Publisher: Sony
krone.at-Wertung: 10/10
von Sebastian Räuchle
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