Public Viewing

Das Fußball-FANomen erfindet sich völlig neu

Trotz der Pandemie gibt es im Rahmen der am 11. Juni startenden EURO Public Viewings. Weniger als bei vergangenen Großevents, dafür in kreativerer Form, wie Stadt Wels zeigt!

Gemeinsam Fußball erleben. Gemeinsam mit Österreich mitfiebern. Hoffen. Zittern. Bangen. Um am Ende hoffentlich gemeinsam mit Rot-Weiß-Rot zu jubeln. Spätestens seit der EURO 2004 in Portugal und der WM 2006 in Deutschland ist Public Viewing für Verbände, Städte und Fans zum unverzichtbaren Bestandteil solcher Großevents geworden. Doch 21 Tage vor Österreichs erstem EURO-Auftritt in Bukarest gegen Nordmazedonien muss sich das FANomen heuer völlig neu aufstellen.

Beim Wirt ums Eck‘
„Anstatt Massenveranstaltungen für tausende Besucher in dafür eigens errichteten Arenen samt Partymeilen wird heuer beim Wirt ums Eck‘ geschaut werden“, prophezeit mit Peter Jungreithmair der Geschäftsführer vom Welser Stadtmarketing (siehe Interview unten). Das mit einem von der „Krone“ präsentierten und auf die Corona-Situation bzw. die städtische Gastronomie perfekt zugeschnittenen EURO-Fest aufwartet.

10.000 Plätze in Wels
Alle Gastgärten der City werden mit möglichst vielen Bildschirmen ausgestattet,um „die Menschen ausGaragen und Hinterhöfen in die professionelle Gastro zu bringen“, so Jungreithmair, der damit in Summe bis zu 10.000 Plätze anbieten will. Auch wenn es noch so manches Fragezeichen gibt. Allen voran Österreichs Spiel am 17. Juni in Amsterdam gegen Holland. Weil das erst um 21 Uhr beginnt, laut derzeit gültiger Verordnung aber bereits um 22 Uhr Sperrstunde sein muss.
„Ich denke, dass die bis dahin gefallen ist“, hofft „Josef“-Chef Günter Hager, zu dessen Wirtshaus im Herzen von Linz kollektives Fußballschauen bei Großevents wie die Halbe Bier gehört. „Wir zeigen, was uns möglich ist“, sagt Hager.

Verunsicherung in Linz
Ein Satz, bei dem hörbare Verunsicherung mitschwingt. Was wird der Gastro erlaubt sein? Eine Frage, die viele Möchtegern-Veranstalter zögern lässt. So sehr, dass dem Magistrat der Stadt Linz derzeit bislang erst eine einzige Anfrage für ein Public Viewing in der Größenordnung für maximal 500 Besucher vorliegt. Beweist: Das FANomen muss sich neu erfinden - welche Möglichkeiten es aber gibt, zeigt die Stadt Wels.

„Die EURO wird der Express ins Glück“
Wels-Stadtmarketing-Geschäftsführer Peter Jungreithmair über die neue, an die Corona-Situation angepasste Form des Public Viewings.

„Krone“: Herr Jungreithmair, warum setzt die Stadt Wels so sehr auf die EURO?
Peter Jungreithmair:
Wir sind überzeugt, dass dieses Turnier der Anker zur Normalitätwird, wollen die Menschen deshalb dankFußballausGaragen und Hinterhöfen wieder in die Gastronomie bringen.

„Krone“: Können Sie Ihre Pläne konkretisieren?
Jungreithmair:
Wir wollen unsere Betriebe animieren, dass manzum Wirt Fußballschauen geht, werdenimgesamten Stadtgebietmöglichst vieleBildschirme in Gastgärten aufstellen. Dazu wollen wir die Spiele von Österreich sowie die ab dem Halbfinale auf einer großen Vidiwall oder auf bis zu 15 größeren Geräten am Stadtplatz übertragen.

„Krone“: Obwohl diese Spiele teils erst um 21 Uhr beginnen und um 22 Uhr Sperrstunde ist!
Jungreithmair:
Ich denke, bis zum Halbfinale werden wir wieder Normalität haben. Falls nicht, dann können wir diese Spiele eben nicht zeigen.

„Krone“: Gibt’s weiter Fragezeichen?
Jungreithmair: Vielleicht brauchen wiram Stadtplatz registrierte Sitzplätze, obwohl wirauch dort möglichst viele Platzerl in der servicierten Gastro schaffen wollen.

„Krone“: Von wie vielen Sitzplätzen für Fans gehen Sie im gesamten Stadtgebiet aus?
Jungreithmair:
Von 10.000 im Freien.

„Krone“: Womit Wels eine Art Fußball-Hauptstadt wird!
Jungreithmair:
Ich bin eben überzeugt, dass die EURO der Express ins Glück wird, mit ihr beginnt die Normalität.

Georg Leblhuber
Georg Leblhuber
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