Projekt "InsriX"

Oberländer Bauern gehen neue Vermarktungswege

Tirol
23.01.2011 16:22
24 Landwirte aus dem Tiroler Oberland gehen bei der Direktvermarktung völlig neue Wege. Der Verein "Bauernland Gurgltal-Imsterberg" bringt ab sofort Konsumenten und Produzenten via Internet zusammen, "InsriX" wurde geboren.

Die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung hat sich in den letzten Jahrzehnten grundlegend geändert: Die Bauern wurden in dieser Rolle von der Lebensmittelindustrie – oder besser gesagt Sättigungsmittelindustrie – abgelöst. Der Fortschritt der Technologien, die fortschreitende Globalisierung und die Mobilität machen es möglich, dass ausgehend von Mega-Fabriken Produkte durch ganz Europa gekarrt werden. Auch die Tiere werden oft über Tausende Kilometer – eng zusammengepfercht – "herumkutschiert".

 "Und so lange in der EU das Prinzip des freien Warenverkehrs über den Umwelt- oder den Tierschutz gestellt wird, wird sich daran auch nichts ändern", ist Hubert Daum, der Obmann des neuen Vereins "Bauernland Gurgltal – Imsterberg", überzeugt.

Vor ziemlich genau einem Jahr hat der Nebenerwerbsbauer, Musiker und Journalist aus Nassereith den Versuch gestartet, einen Ausweg aus diesem Kreislauf zu finden. "Kein leichter Weg, da es sehr viele Skeptiker zu überzeugen gab", erklärt Daum im Gespräch mit der "Tiroler Krone". Mit LHStv. Anton Steixner hat er schließlich einen Befürworter und Förderer gefunden, sodass das Projekt mit (finanzieller) Starthilfe von Land sowie den Gemeinden Imst, Tarrenz, Imsterberg und Nassereith nun aus der Taufe gehoben werden konnte.

Ehrliche Produkte
Und da sich in Hinblick auf Gammelfleisch, BSE, Gentechnik, Dioxinskandal, Analogkäse und Co. das Bewusstsein der Konsumenten zunehmend ändert und die Nachfrage an regionalen, ehrlichen Produkten steigt, glaubt er, dass der Verein auch Zukunft haben wird. Nach einem Stand im ADEG-Geschäft in Nassereith wurde nun bei der Bäckerei Jonak in Imst eine zweite Verkaufsstelle eröffnet. "Wir bieten hier 40 verschiedene Produkte von 13 Bauern an", so Gerd und Juliane Jonak anlässlich der offiziellen Eröffnung.

Nachahmer erwünscht
"
Eine generelle Antwort auf die Zukunftsfrage der Landwirtschaft gibt es leider nicht. Fest steht, dass die öffentlichen Gelder immer weniger werden. Und da ist nur zu begrüßen, wenn sich die Bauern selbst um neue Vertriebswege umsehen. Ich kann mir vorstellen, dass man dieses Pilotprojekt auch in anderen Regionen des Landes umsetzt", unterstützt auch LHStv. Steixner das Vorhaben. Mit dem Sparmarkt Wörle in Tarrenz gibt es bereits Gespräche über einen weiteren Vertriebspartner in der Region.

"InsriX" im Internet
Doch der Verein, der seine Produkte unter dem Namen "InsriX" (Oberländer Wort für "Unseres") vertreibt, setzt natürlich auch voll auf das Internet. "Ich habe von den Leuten schon oft gehört, dass sie gerne Produkte aus der Region kaufen würden, aber nicht wissen, wo. Deswegen wollen wir via Internet auch Konsumenten und Produzenten unkompliziert zusammenbringen", erklärt Daum. Unter www.insriX.at können die Konsumenten jederzeit nachsehen, was die Bauern in der Region gerade anzubieten haben. Und auch gleich (telefonisch) bestellen. Eine Win-win-Situation – für Produzenten, Konsumenten, Umwelt und die gesamte Region.

von Markus Gassler, Tiroler Krone
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