190 Mio. $ gewonnen
USA: Rätselraten um verprügelte Lottogewinnerin
Während die österreichischen Lotterien gerade einmal das Heimatbundesland eines Jackpot-Gewinners verraten, sind Lottogewinner in den USA oftmals schon von vornherein durch die Teilnahme verpflichtet, sich bei einem größeren Gewinn für ein Foto zur Verfügung zu stellen und der Veröffentlichung persönlicher Details inklusive des vollen Namens zuzustimmen.
Einen speziellen Zugang zum Thema Privatsphäre hat auch die US-Polizei, die aufgrund von Gesetzen wie dem "Freedom Of Information Act" u.a. dazu verpflichtet ist, sämtliche Fotos von Verhafteten - in den USA als "Mugshots" bekannt - inklusive Bildbeschreibung zu veröffentlichen. Auch erhalten Bürger bzw. Medien umfangreiche Akteneinsicht bei Gericht und können so relativ problemlos den allfälligen kriminellen Lebenslauf einer Person herausbekommen.
Blaues Auge statt strahlendem Lachen
Das alles führte dazu, dass vergangene Woche keine strahlende 190-Millionen-Gewinnerin von den Titelseiten der Zeitungen in Idaho lachte, sondern eine ziemlich heftig verprügelte Frau: 29 Jahre jung, unterbezahlte Bürohilfe in einer Bank, zwei Töchter im Alter von zehn und zwölf - und amtsbekannt.
Es stellte sich heraus, dass Lahti im Jahr 2003 nach einer gewalttätigen Auseinandersetzung mit ihrem Ehemann Josh verhaftet worden war. Ein Anruf beim Gatten offenbarte dann das Drama, welches nun Tischgespräch bei Tausenden US-Bürgern ist. Als er vom Gewinn seiner Frau erfuhr, die ihn vor einigen Jahren verlassen, sich aber nicht von ihm scheiden lassen hatte, jubelte Lahti: "Das ist ja Wahnsinn! Ich muss nie wieder Unterhalt für meine Kinder zahlen!"
Anders als Holly Lahti, die nur bei der Prügelei im Jahre 2003 mit dem Gesetz in Konflikt kam, dürfte Josh Lahti der Familie über Jahre hinweg das Leben schwer gemacht haben. Er brach wiederholt eine einstweillige Verfügung, dass er sich seiner Frau nicht zu nähern habe, wurde wegen Drogenbesitzes und nicht bezahlten Unterhalts verurteilt und saß 180 Tage für Kindesentzug im Gefängnis.
Wird der Prügel-Ehemann jetzt auch reich?
Während Holly Lahti seit dem Gewinn mitsamt ihren beiden Töchtern untergetaucht ist, beschäftigen sich Juristen mit der Frage, was mit dem Millionen-Gewinn passieren wird. Lahti wählte eine Einmalauszahlung. Sie erhält dadurch in den nächsten Tagen "nur" 120 Millionen Dollar, nach Abzug von Steuern bleiben ihr etwa 80 Millionen übrig. Die Option, den gesamten 190-Millionen-Gewinn über 25 Jahre hinweg ausbezahlt zu bekommen, lehnte sie ab.
Laut der Rechtsprofessorin Elizabeth Brandt könnten auf die Frau demnächst Forderungen ihres Ehemanns zukommen. Da die beiden nach wie vor verheiratet sind, könnte Josh Lahti einen Anteil von bis zur Hälfte des Gewinns beanspruchen. In Idaho sei die Besitztümerverteilung sehr unklar geregelt, so Brandt. "Wenn sie sich nicht außergerichtlich einigen können, wird das eine sehr knifflige Sache", so die Juristin.
"Nimm dir einen Anwalt und zieh ans andere Ende der Welt!"
Freunde der jungen Millionärin beschreiben Holly Lahti als einen "freundlichen und schüchternen Menschen", der hart für sich und seine Kinder gearbeitet habe, um einer zerütteten Ehe zu entkommen. In den Leser-Kommentaren unter den vielen US-Berichten findet sich jedenfalls eindeutiger Rat für die verprügelte Millionen-Gewinnerin: "Nimm dir den besten Scheidungsanwalt, den du für Geld kriegen kannst, und dann zieh mit deinen Töchtern ans andere Ende der Welt und gönne ihnen ein schönes Leben!"
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