HNO-Arzt Scholtz operierte 2009 einen Tumorpatienten entgegen der Chef-Anordnung schonend. Worauf HNO-Vorstand Riechelmann einschritt, den Patienten nochmals operierte und laut Gutachtern schwer verletzte. Gegen Riechelmann – für ihn gilt die Unschuldsvermutung – läuft ein Strafverfahren (26 verletzte Patienten, zwei Tote).
Rechtswidrige Entbindung
Scholtz wurde nach seiner Sachverhaltsdarstellung über die schief gelaufene Operation im März 2009 an die Tilak von der Patientenversorgung entbunden. Rechtswidrig, wie das Wissenschaftsministerium bereits im November 2010 festgestellt hat. Seither ist Scholtz wieder operativ tätig. "Offensichtlich sehr zum Missfallen der Tilak, die dem Wissenschaftsministerium unbedingt zeigen will, wer in Tirol das Sagen hat", meint Anwalt Hermann Rieder.
Zur Durchsetzung des Verzichts an der Mitwirkung in der Krankenversorgung wurde Scholtz von derTilak mit einem Hausverbot belegt und ihm eine Verwaltungsstrafe angedroht, wenn er dieses nicht respektieren sollte. Die Beistellung eines "Aufpassers" in Form eines viel jüngeren Arztes hatte Scholtz abgelehnt.
"Scholtz wird seine Pflichten erfüllen"
"Die Tilak-Verwaltungsetage soll zurücktreten!" fordern Patienten, die Scholtz ihr Leben verdanken und sich als Opfer Riechelmanns fühlen: "Wir gehen an die Öffentlichkeit!" Rechtsanwalt Rieder: "Scholtz wird seine Pflichten gegenüber Patienten und Dienstgeber erfüllen und sich von Rechtswidrigkeiten und Drohungen nicht abschrecken lassen."
von Hans Licha, Tiroler Krone
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