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Die letzten Minuten vor dem Absturz Kaczynskis
Die Abschrift auf der Internetseite des Zwischenstaatlichen Luftfahrtkomitees (MAK) zeigt, dass die Fluglotsen über die Ankunft der polnischen Präsidentenmaschine überrascht waren und zugleich wegen des dichten Nebels und der schlechten Sicht vor einer Landung warnten.
Fluglotsen rieten von Landung ab
Zunächst teilte ein Fluglotse am Smolensker Flughafen der zentralen Flugsicherung per Telefon mit, dass eine polnische Tu-154 im Anflug sei, sich aber nicht mit dem Flughafen abstimme und nicht um Landeerlaubnis nachfrage. Der polnischen Crew müsse gesagt werden, dass es dichten Nebel gebe.
40 Minuten später wandte sich der russische Kontrollturm an die Besatzung der Präsidentenmaschine und warnte, angesichts einer Sichtweite von nur 400 Metern, von einer Landung. Der polnische Pilot antwortete, dass er dennoch versuchen werde zu landen.
Wenig später rieten zwei Fluglotsen neuerlich von einer Landung ab, die endgültige Entscheidung lag allerdings bei der Flugzeugbesatzung. Die Crew hatte sich offenbar entschieden, den Flieger auf den Boden zu bringen, denn in ihrer letzten Mitteilung berichtete sie, dass die Scheinwerfer im Landeanflug an sind. Dann brach der Kontakt ab.
Besatzung soll zur Landung gedrängt worden sein
Bei dem Absturz der Maschine waren außer Kaczynski alle 95 weiteren Insassen ums Leben gekommen. Russischen Ermittlungen zufolge übten ranghohe Vertreter, darunter auch der angetrunkene Luftwaffenchef, Druck auf die unzureichend ausgebildete Crew aus, damit sie zum Landeanflug in Smolensk ansetzte. Die polnische Seite wirft dagegen den Fluglotsen in Smolensk vor, den Piloten falsche Angaben zur Position des Flugzeugs gemacht zu haben.
Kaczynskis Delegation war auf dem Weg ins russische Katyn, um der Opfer des Massakers an rund 22.000 Polen während des Zweiten Weltkriegs zu gedenken. Moskau und Warschau, deren Beziehungen durch die Ereignisse im Zweiten Weltkrieg historisch belastet sind, näherten sich in ihrer gemeinsamen Trauer nach dem Unglück an. Die unterschiedliche Einschätzung der Unglücksursachen sorgte dann aber wieder für Irritationen.
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