Die heutige Tour führt vom Frastner Ortsteil Amerlügen auf das Vorderälpele. Von dort ist es nicht mehr weit auf die Sarojahöhe, welche die Grenze zu Liechtenstein markiert.
Eine idyllische Alplandschaft, grandiose Ausblicke und eine sympathische Einkehrmöglichkeit bietet die Tour von Amerlügen auf das Vorderälpele. Vom oberen Wanderparkplatz in Amerlügen startend ist die Strecke bereits ausgeschildert. Den ersten Kilometer geht es fast eben auf einer Forststraße dahin. Bereits von Anfang an bietet sich ein schöner Panoramablick auf die benachbarten Bergspitzen. Bald zweigt der Wanderer dem sogenannten Kuhweg folgend rechts auf einen Waldpfad ab. Ab nun werden die meisten Höhenmeter der Tour zurückgelegt und die Route führt über Stock und Stein bergan. Vor allem an sonnig-warmen Tagen ist es angenehm, im langen Schatten der Bäume marschieren zu können. Der Wald gleicht als Ökosystem Temperaturschwankungen aus, erhöht die Luftfeuchtigkeit und steigert die Taubildung.
Positiver Einfluss auf das Klima
Da das Klima zwischen den Baumreihen durch die geringere Sonneneinstrahlung und höhere Luftfeuchtigkeit geprägt ist, kann es zu Temperaturunterschieden zwischen drei und sechs Grad im Vergleich zum Aufenthalt im Freiland kommen. Studien belegen, dass große zusammenhängende Waldflächen in der Nähe von Städten einen positiven Einfluss auf das Klima haben: Durch Blattorgane werden Staub, Ruß und gasförmige Verunreinigungen aus der Luft gefiltert. Zudem produzieren Bäume als „Abfallstoff“ bei der Photosynthese lebenswichtigen Sauerstoff.
Attraktiver Naturraum
Auch für die Erholung und Freizeit spielt der Wald eine wichtige Rolle als attraktiver Naturraum. Der gestresste Mitteleuropäer erholt sich bei einem Spaziergang zwischen den Bäumen. Diesbezügliche Untersuchungen liefern überzeugende Ergebnisse - die von Staubteilchen gereinigte und durch ätherische Öle angereicherte Luft regeneriert die Lungen, der Blutdruck sinkt und die Ruhe wirkt entspannend auf Körper und Geist. Ein achtsamer Umgang mit diesem bedeutenden aber auch filigranen Ökosystem ist in Zeiten des Klimawandels daher umso wichtiger.
Nachdem gut 500 Höhenmeter zurückgelegt sind, tritt der Wanderer aus dem Wald auf eine großzügige Alpwiese. Das goldbraune Gras des vergangenen Sommers bildet einen starken farblichen Kontrast zum Blau des Himmels, bereits vor Mittag ist es recht warm.
Einkehren in der Amerlugalpe
Nun sind schon die Gebäude der Alpe Amerlug (1298 Meter) zu sehen. Am unteren Ende der Weidefläche liegt die Feldkircher Hütte, die den Naturfreunden (Ortsgruppe Feldkirch) gehört. Von dort aus bietet sich ein Ausblick auf den Walgau und ins Große Walsertal. Wer einen aktuellen (und negativen) Antigentest vorweisen kann, hat hier eine perfekte Einkehrmöglichkeit gefunden. Weiter zum Vorderälpele geht es über offenes Gelände an der Amerlugalpe und an einer Richtfunkanlage vorbei. Ein Ausblick auf die imposanten Bergspitzen der „Drei Schwestern“, welche sich hoch über dem Saminatal erheben, tut sich auf. Wer möchte, kann nun der Beschilderung in Richtung Saroja (1658 Meter) folgen und findet unterwegs mit Sicherheit ein sonniges Plätzchen für eine Rast bei grandiosem Panorama.
Azurblaue Blüten
Im erst zaghaften Grün der Hochwiesen sind bereits die ersten azurblauen Blüten des Kochschen Enzian (siehe Pflanzenporträt) zu entdecken. Bei der Sarojahöhe - auch Hinterälpele genannt - handelt es sich um eine Erhebung im Rätikon, die gemeinsam mit den Drei Schwestern und dem Sattelköpfle einen Teil der Grenze zum Fürstentum Liechtenstein bildet. Darauf weisen auch entsprechende Grenzsteine entlang des Weges hin. Die Saroja ist auf österreichischer Seite ganz von Gras bewachsen, auf der liechtensteinischen Seite fällt der Bergzug relativ schroff ab. Derzeit liegt zudem noch Schnee auf dem höheren Teil des Weges, weshalb besondere Vorsicht geboten ist. Wer einen Abstecher dorthin plant, sollte über Trittsicherheit und Schwindelfreiheit verfügen.
Auf dem Rückweg
Retour geht es vom Vorderälpele der Markierung Richtung Amerlügen (1,5 Stunden) folgend. Ein gut ausgebauter Forstweg führt in großzügigen Serpentinen talwärts. Es besteht auch die Möglichkeit, die markierten Abkürzungen zu wählen. Diese sind stellenweise recht steil und können bei Nässe auch rutschig sein.
Immer wieder tun sich Ausblicke auf das obere Rheintal, die Schweizer Berge sowie die Stadt Feldkirch auf. Schließlich gelangt der Wanderer auf den Holzplatz von Amerlügen, hier wird der schmale Pfad, der von der Straße rechts hinauf abzweigt, genommen. Nach einem letzten, kurzen Anstieg geht es an den obersten Häusern von Amerlügen vorbei zum Wanderparkplatz.
Typ: Rundwanderung
Dauer: mindestens 2,5 Stunden (ohne Sarojahöhe und Rast)
Höhenmeter: rund 520 Startpunkt: oberer Wanderparkplatz Amerlügen
Ausrüstung: Bergschuhe, eventuell Stöcke, Sonnenschutz, dem Wetter angepasste Kleidung, Fernglas, Getränk
Einkehrmöglichkeit: Feldkircher Hütte (FFP2-Maske, aktueller Coronatest erforderlich)
Öffentl. Verkehrsmittel: Buslinie 73a von Bahnhof Frastanz nach Amerlügen
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.