Man kann sich, wenn man die Entwicklung in der sogenannten "Kärntner Ortstafelfrage" anschaut, eines fatalen Eindrucks nicht erwehren: Dass es auf beiden Seiten, nämlich auf jener der slowenischen Volksgruppe ebenso wie auf jener der deutschsprachigen Mehrheit, ein paar Leute gibt, die jetzt um ihre Zukunft fürchten; für die Zeit danach, wenn dieser belastende und seit Jahrzehnten schwelende Konflikt endlich vom Tisch sein sollte; wenn ein Kompromiss gefunden ist, "ohne Sieger und Verlierer", wie Landeshauptmann Gerhard Dörfler sagt, oder "unter Brüdern", wie es Valentin Inzko so treffend formuliert hat.
Haben diese letzten Scharfmacher wirklich Angst davor, keine Angst mehr verbreiten zu können? Vor zu vielen Ortstafeln und der "schleichenden Slowenisierung" auf der einen und der "völligen Assimilation" auf der anderen Seite...
Sie nehmen jedenfalls jede Gelegenheit wahr, um Querschüsse abzufeuern; jetzt erst wieder wegen der Empfehlung der Verfassungsabteilung, eine "10-Prozent-Hürde" auf Gemeindeebene als Basis für zweisprachige Ortstafeln heranzuziehen; während andere dieselbe Hürde auf Ortschafts-Ebene besser fänden und die dritten auf Katastralgemeinden... Und sie versuchen, so den Konflikt neu zu schüren.
Damit tun diese Heckenschützen weder sich selbst, noch jenen, die sie angeblich vertreten, und schon gar nicht dem gemeinsamen Heimatland einen guten Dienst. Wer jetzt noch einen Grund sucht, um vom Verhandlungstisch aufstehen zu können, statt gemeinsam eine vernünftige Lösung zu suchen und zu fixieren, schadet Kärnten.
Eine Ortstafellösung im Jahr 2011 ist für niemanden eine Gefahr, sondern eine Chance auf eine gedeihliche Zukunft!
von Hannes Mößlacher, "Kärntner Krone"
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