Express-Verfahren
Benedikt spricht Johannes Paul II. am 1. Mai selig
Eine Kommission des Vatikans hatte in den vergangenen Tagen die wundersame Heilung einer französischen Ordensschwester bestätigt. Benedikt XVI. hatte bereits kurz nach dem Tod seines Vorgängers im Jahr 2005 die notwendigen Schritte für eine möglichst schnelle Seligsprechung eingeleitet.
Laut Vatikan-Sprecher Pater Federico Lombardi habe Benedikt XVI. zwar die normale Prozedur zur Seligsprechung beschleunigt, das Verfahren sei aber trotzdem besonders "gründlich" durchgeführt worden. Nach geltendem Kirchenrecht darf ein Seligsprechungsverfahren normalerweise erst fünf Jahre nach dem Tod des Betreffenden beginnen. Bei Johannes Paul II. wurde dieses jedoch noch in seinem Todesjahr eingeleitet.
Restaurierung von neuer Grabstätte hat bereits begonnen
In den vergangenen Tagen hatten sich die Zeichen gehäuft, die auf eine baldige Seligsprechung von Johannes Paul II. hindeuteten. Am Donnerstag begannen Arbeiter mit der Restaurierung eines Grabs am Eingang des Petersdoms. Dorthin dürften die sterblichen Überreste des früheren Papstes nach der Seligsprechung aus der engen, seit seinem Tod von Pilgern überlaufenen Krypta verlegt werden, um eine bessere Zugänglichkeit zu gewährleisten.
Das Seligsprechungsverfahren für Johannes Paul II. war 2009 ins Stocken geraten, als Zweifel an der Heilung einer französischen Ordensfrau laut geworden waren. Die zuständige Medizinerkommission rollte das Verfahren daraufhin neu auf, um das Wunder schließlich zu bestätigen. Dem hatte sich Ende Dezember auch die vatikanische Kommission angeschlossen.
Heilung von Parkinson?
Marie Simon-Pierre hatte Symptome der Parkinson'schen Krankheit gezeigt, an der auch der polnische Papst litt. Genau zwei Monate nach dem Tod von Johannes Paul II. waren diese Symptome bei der Schwester, die der französischen Kongregation "Kleine Schwestern der Katholischen Entbindungsstationen" angehört, auf medizinisch unerklärliche Weise verschwunden.
Viele Katholiken hatten bereits 2005 nach dem Tod des polnischen Papstes auf eine schnelle Heiligsprechung gedrängt. Benedikt hatte ihren "Santo subito"-Ruf rasch erhört und nach nur knapp drei Monaten den Seligsprechungsprozess eingeleitet.
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