"Einfach peinlich"
Bayerns CSU empört mit “Anti-Grünen-Werbespot”
"Ein Männlein steht im Walde, ganz grün und dumm." So beginnt der CSU-Werbespot, der seit einigen Tagen die Gemüter im Freistaat Bayern und mittlerweile auch im Rest von Deutschland ordentlich erhitzt. Die peinliche Attacke der CSU gegen die Grünen, die jede Regel des guten Geschmacks ignoriert, dauert 30 Sekunden lang.
Zuerst ist nur ein kleines Strichmännchen im grünen Wald zu sehen, das am Anfang noch nett lächelt. Dann beginnt es die Zähne zu fletschen und mit einer Steinschleuder herumzufuchteln, um sich dann in weiterer Folge selbst eine Beule beizubringen. "Die Grünen sind im Kern immer noch die antibürgerliche Chaoten- und Steinewerferpartei wie vor 30 Jahren", erklärt CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt die neue Kampagne in der "Süddeutschen Zeitung". Das müsse wieder stärker in den Fokus gerückt werden.
"Grüner Hype" stört Bayerns Alt-Partei
Auslöser für die Anti-Grünen-Kampagne war das letzte Umfragehoch, nicht nur in Deutschland, sondern auch in Bayern. Das ist der bayrischen Traditionspartei CSU natürlich ein Dorn im Auge und man wittert Konkurrenz im eigenen Revier. Die Kampagne läuft seit Oktober und sorgt sogar unter den eigenen Anhängern für Empörung. Ein Internet-User bringt es auf den Punkt: "Lächerlich. Peinlich. CSU."
Auch innerhalb der Partei regt sich Widerstand gegen das Video. "So eine Kampagne kann doch nicht euer ernst sein", poltert Parteifunktionär Peter Strauch. Als Ortsvorsitzender der CSU Dachau komme er vor der Presse in Erklärungsnot und müsse sich "für so eine Kampagne bei den politischen Gegnern fast schon entschuldigen". Strauch fordert: "Bitte stoppt die Kampagne!"
Grüne unbeeindruckt
Die bayerischen Grünen stört der 30-Sekunden-Spot indes nicht wirklich. Landesvorsitzende Theresa Schopper sieht darin nur einen "neuen Anlauf, um Stimmung zu machen". Aber auch dieser Versuch werde scheitern, so die bayrische Grünen-Chefin in der "Süddeutschen Zeitung".
Auf Youtube ist das Video seit dem 11. Januar zu sehen. Fast 300.000 Aufrufe hat es inzwischen, auch hier ist das Votum eindeutig: Den meisten gefällt es nicht. Vielleicht wurde ja deshalb die Kommentarfunktion inzwischen deaktiviert.
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