Linzer (36) angeklagt

Brisanter Prozess: Freund bei Suizid geholfen?

Juristische Brisanz über den Linzer Schwurgerichtssaal hinaus hat ein Prozess, der am heutigen Montag am Landesgericht startet. Ein 36-Jähriger muss sich wegen Mitwirkung am Selbstmord und Tötung auf Verlangen verantworten. Er soll einem Freund (29) geholfen haben, aus dem Leben zu scheiden. Der Verfassungsgerichtshof hat die Mitwirkung am Selbstmord als verfassungswidrig aufgehoben.

Für den Linzer kam die Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes im Dezember 2020 zu spät. Die Höchstrichter haben dem Gesetzgeber bis Ende 2021 Zeit gegeben, um einen Gesetzesentwurf, der die Beihilfe zum Selbstmord erlaubt, auf den Weg zu bringen. Die Tat in Linz passierte jedoch vor der Entscheidung, im September 2020.

Selbstmord war länger geplant
Der an einer schizoaffektiven Psychose leidende 36-Jährige soll mit einem Freund, der ebenfalls an psychischen Problemen litt, schon länger über dessen Selbstmord gesprochen haben und Tabletten für den Lebensmüden besorgt haben. 80 dieser Tabletten nahm das Opfer ein. Während der Nacht soll der 29-Jährige Krämpfe bekommen, geröchelt haben und in einen lethargischen Zustand verfallen sein, so die Anklage.

Der Beschuldigte soll deshalb, wie angeblich vorher vereinbart, den Sterbenden mit einem Polster und einer Decke erstickt haben. Dann zeigte er sich selbst an. Ihm drohen bis fünf Jahre Freiheitsstrafe.

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Freitag, 07. Mai 2021
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