OÖ schielt nach NÖ

„Früherer Termin ist noch keine Impf-Garantie“

Warum hält das Land Oberösterreich weiter am Impfplan fest, obwohl einige „Auserwählte“ gar nicht wollen? Diese Frage stellten sich viele, nachdem am Mittwoch 7700 Personen aus dem Gesundheitsbereich den „Piks“ bekommen hätten können, aber nur 3500 tatsächlich erschienen sind. Die „Krone“ fragte nach.
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Was nützt es, Gruppen für eine Impfung zu priorisieren, wenn diese eigentlich gar keine haben möchten? Dass nur 50 Prozent des eingeladenen Gesundheitspersonals den „Piks“ am Mittwoch wollten und die restlichen Dosen danach nicht an andere, die sich nach einer Impfung sehnen, weitergegeben wurden, erklärt der Impfkoordinator des Landes Oberösterreich, Franz Schützeneder, so: „Weil wir nächste Woche wieder Ausfälle bei der AstraZeneca-Lieferung haben und Zweitimpfungen durchführen müssen, haben wir die Dosen dafür aufgehoben. Das ist ein ganz normaler Vorgang, wir haben ständig Dosen auf der Seite. Nur so können wir Zweitimpfungen wirklich garantieren.“

Weg in NÖ besser?
Dennoch stellt sich die Frage, ob nicht das niederösterreichische System, bei dem sich im Mai nun alle Altersgruppen, die wirklich wollen, für eine Impfung anmelden können, das zielführendere Modell in OÖ wäre. „Wir überlegen das natürlich auch. Aber der Impffortschritt in Niederösterreich wird sich dadurch von unserem kaum unterscheiden. Denn auch in Niederösterreich können sich am ersten Tag die Älteren anmelden, dann von Tag zu Tag Jüngere. Wenn nicht genug Impfstoff da ist, kommen dann die Jüngeren aber trotzdem nicht früher dran als bei uns“, erklärt Schützeneder.

„In Oberösterreich wartet man kürzer“
Nachsatz: „Der Unterschied ist nur, dass man früher einen Termin bekommt, dafür aber länger warten muss. In Oberösterreich bekommt man später einen Termin, muss dafür nur kurz warten.“ Auch Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander hält aktuell noch am oberösterreichischen Weg fest: „Eine Öffnung der Impfung für alle Altersgruppen soll es nach Abschluss der Zielgruppe der über 50-Jährigen geben. Das sollte aus unserer Sicht bundesweit einheitlich erfolgen.“ In Oberösterreich sind 70 Prozent aller impfwilligen Über-65-Jährigen immunisiert, im Mai liegt der Fokus auf den Über-50-Jährigen.

„Leute kommen aus vielen Gründen nicht“
Dass immer wieder Impfeinladungen nicht wahrgenommen werden, liegt laut Schützeneder nicht nur am schlechten Ruf von AstraZeneca: „Leider hat dieser Impfstoff ein sehr schlechtes Image bekommen, aber das ist bei weitem nicht der einzige Grund, warum die Leute nicht zum Impftermin kommen. Natürlich gibt’s viele Skeptiker, aber es werden auch viele krank, andere sind plötzlich Covid-positiv, wieder andere bekommen eine andere Einladung vom Hausarzt oder weil sie bei einer Organisation bereits geimpft wurden.“

„Jetzt geht was weiter“
Trotz allem ist der Impf-Boss positiv gestimmt: „Diese Woche impfen wir 65.000 Oberösterreicher, auch in den nächsten Wochen wird es gleich schnell weitergehen.“ Stark abhängig sei man weiterhin von den Lieferungen und nicht einberechneten Ausfällen, wie etwa 39.930 Dosen von AstraZeneca kommende Woche: „Wenn uns die Lieferungen fix zugesichert werden, kann man jede Möglichkeit der Impfstoffvergabe diskutieren, derzeit ist mir das einfach noch viel zu vage. Ich bin aber guter Dinge, dass es rasch gehen wird.“

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