"Das Land Tirol steht zu seiner historischen Verantwortung. Die Vergangenheit muss lückenlos aufgearbeitet werden. Das sind wir den Opfern und Angehörigen schuldig", erklärte Platter. Er erwarte sich "eine sensible Vorgehensweise bei der Aufarbeitung dieses dunklen Kapitels der Geschichte". Er verwies auf die Tätigkeit von Perz für die Historikerkommission der Republik Österreich sowie die Neugestaltung der KZ-Gedenkstätte Mauthausen.
Aufgabe der Kommission soll es sein, die Ereignisse und Umstände im Psychiatrischen Krankenhaus in Hall zu untersuchen und eine Darstellung der Vorgänge - insbesondere auch in Hinblick auf den historischen Kontext - aufzubereiten. Parallel dazu gibt es ein eigenes Projektteam für die Bergung und Untersuchung vor Ort. Das Forschungsprojekt werde in die Arbeiten der Kommission integriert und bilde die Grundlage für die wissenschaftliche Untersuchung und Beurteilung der Kommission.
Bergung soll im März beginnen
Bisher nahmen die Historiker an, dass zwischen 1940 bis 1942 insgesamt 360 Menschen von Hall in die NS-Tötungsanstalten Hartheim und Niedernhart (beide bei Linz) gebracht wurden. Laut Verwaltungsbüchern des Psychiatrischen Krankenhauses in Hall ging am 31. August 1942 der letzte Transport von "psychisch Kranken" nach Niedernhart. Zeitzeugen wollen auch später derartige Transporte beobachtet haben. Im März soll die Bergung der 220 Leichen aus einem NS-Gräberfeld in Hall im Rahmen des für zwei Jahre angesetzten Projektes starten.
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