30.04.2021 05:00 |

Selbsthilfe

Covid-19 „wegatmen“?

Während und nach einer Corona-Infektion fehlt Erkrankten oft die Luft. Hier kann man die Erholung der Lunge selbst mit gezielten Übungen fördern, auch, wenn man zu Hause das Bett hüten muss!

Natürlich ist die Diagnose erschreckend, man ist seiner Krankheit aber nicht immer hilflos ausgeliefert. Wenn Sie eine Covid-19-Infektion zu Hause auskurieren, können Sie einiges für Lunge und Herz-Kreislauf-System tun. Corona geht meist mit einer Entzündung in der Lunge einher. Diese bewirkt Unterversorgung mit Sauerstoff. „Patienten leiden unter Atemnot und können nicht tief genug Luft holen. Sie sind nicht außer Atem, wie etwa, nachdem man gerannt ist. Vielmehr geht es um ein zuvor unbekanntes Gefühl der Kurzatmigkeit ohne äußere Belastung“, erklärt OÄ Dr. Romana Palmanshofer, Fachärztin für Innere Medizin am Klinikum Rohrbach (OÖ).

  • Spezielle Atemtherapie stellt einen wichtigen Bestandteil auf dem Weg zur Genesung dar. Sie muss früh ansetzen, damit keine funktionellen Störungen zurückbleiben. Atemanstrengung wird reduziert, Schleim gelöst und die Bewegungsfähigkeit von Atemmuskulatur und Brustkorb gefördert. Hustenattacken reduzieren sich, die Patienten werden allgemein wieder belastbarer. Wer täglich „übt“, kann schon nach den ersten Tagen Erfolge bemerken.
  • Lagewechsel sind täglich mehrmals für mindestens 30 Minuten sehr wichtig. Um die verschiedenen Bereiche der Lunge besser zu belüften und die Atmung zu erleichtern, in eine stabile Seitenlage oder auf den Bauch drehen. Dabei Polster unter Brust und Bauch legen, um bequemer zu liegen. Lassen Sie sich Zeit! Wenn es nicht zu anstrengend ist, regelmäßig aufsetzen.
  • Atemübung: Legen Sie Ihre Hände auf den Bauch und atmen Sie ruhig über die Nase ein und über den Mund wieder aus. 10-mal alle ein bis zwei Stunden durchführen. Man kann versuchen, nach dem Einatmen die Luft für drei bis vier Sekunden anzuhalten - nach der Pause lange ausatmen. Macht sich Schleim bemerkbar, versuchen, diesen abzuhauchen (mit der Silbe „haff“) Dabei stellen Sie sich vor, einen Spiegel anzuhauchen. Nur so tief einatmen, dass kein Hustenreiz aufkommt.
  • Bewegung machen, auch liegend im Bett! Ziehen Sie stündlich die Vorfüße 20-mal im Wechsel Richtung Nase und Bettende. Bewegen Sie Arme und Beine immer wieder. Wenn möglich, regelmäßig aufstehen. Beim Gehen in der Akutphase gilt: Besser nur kürzere Strecken, dafür öfter. Langsam steigern. Brechen Sie die Übungen bei übermäßigen Anstrengung, sehr schneller Atmung oder Reizhusten ab. Viele Erkrankte bemerken eine Überanstrengung gar nicht, deshalb besonders auf sich achten.
Eva Greil-Schähs
Eva Greil-Schähs
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