Die vergangenen Tage machten einmal mehr deutlich, dass selbst widrigstes Wetter unsere Einsatzkräfte nicht stoppen kann. Feuerwehrler, Sanitäter, Polizisten, Bergretter und Monteure brachten ihr Leben in Gefahr, um unseres zu schützen. Der „Krone“ haben sie von diesem Ausnahmewochenende erzählt.
Verkehrschaos, Stromausfall, AT-Alert: Der Wintereinbruch legte am Wochenende die halbe Steiermark lahm. Während sich die meisten in ihren Häusern verkrochen, war das für die Einsatzkräfte und Helden unseres Alltags keine Option. „Die erste Störung wurde uns am Freitag um 7 Uhr gemeldet“, berichtet Fabian Eisenberger (26), der als Netzmonteur der Energie Steiermark am Montag erstmals durchschnaufen konnte. Mehr als 15 Stunden arbeitete er zuletzt pro Tag.
Bis zu 40 Kilo Ausrüstung pro Person
Der heftige Schneefall riss Bäume aus der Verankerung, zahlreiche Leitungen landeten am Boden, mehr als 35.000 Haushalte waren zwischenzeitlich ohne Strom. Mitten im Schneegestöber bahnten sich die Monteure ihren Weg: „Der Respekt fährt immer mit. Teils war schon die Zufahrt schwierig – das Equipment mit 30 bis 40 Kilo pro Person haben wir oft zum Einsatzort tragen müssen.“
Zu seiner eigenen Sicherheit ist Eisenberger niemals allein unterwegs. „Wir sind eine junge Partie, die solche Einsätze gut wegsteckt und aufeinander schaut. Wir wollen alle wieder gesund nach Hause kommen.“ Einzig ein Dienstauto wurde am Wochenende in Mitleidenschaft gezogen, als es in den Graben rutschte ...
Wir sind eine junge Partie, die solche Einsätze gut wegsteckt und aufeinander schaut. Wir wollen alle wieder gesund nach Hause kommen.

Fabian Eisenberger
Netzmonteur Energie Steiermark
Bild: SYMBOL
Auch die steirischen Feuerwehrkräfte zeigten sich am Montag froh, das Wochenende unversehrt überstanden zu haben. „Wenn man durch den Wald fährt und es überall knacksen hört, wird man schon nachdenklich“, sagt Marcel Keutz von der Freiwilligen Feuerwehr Wildon. Allerdings: „Schön ist die Dankbarkeit, die man von der Bevölkerung zurückbekommt. Uns wurden sogar Getränke ins Rüsthaus gebracht.“
Wenn man durch den Wald fährt und es überall knacksen hört, wird man schon nachdenklich.

Marcel Keutz
Pressebeauftragter Feuerwehr Wildon
Bild: Foto Fischer
Seit Freitag, 3.40 Uhr, waren er und seine Kameraden „durchgehend auf Achse“, zogen Linienbus und Rettung aus dem Graben, kümmerten sich um Straßensperren. Auch bei der Feuerwehr selbst fiel mehrmals der Strom aus, und man musste auf das Dieselaggregat zurückgreifen. Glücklicherweise gab es im Gemeindegebiet keine Verletzten.
Gleich sechs Verletzte – unter ihnen drei Kinder – forderte hingegen eine Karambolage zwischen vier Pkw und einem Lkw auf der A9 zwischen Kammern und Traboch. Zu diesem brenzligen Unfall wurde Jürgen Sapelza als Einsatzleiter gerufen: „Es hat von in der Früh weg geschneit und war sehr rutschig auf der Autobahn. Auch vor dem Gleinalmtunnel sind Lkw hängen geblieben und quer gestanden“, berichtet er von chaotischen Szenen im Verkehr.
Das große Aufräumen
Und die Arbeit ist noch längst nicht getan. Denn jetzt beginnt das große Aufräumen. Gerade beim Stromnetz, das bis auf wenige Ausnahmen wieder funktionstüchtig ist, werden die Reparaturarbeiten noch Wochen dauern. „Vieles wurde provisorisch repariert – und, was viele nicht wissen: Unser steirisches Netz ist 30.000 Kilometer lang“, sagt Urs Harnik-Lauris, Sprecher der Energie Steiermark.
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