Trotz der positiven Resonanz der Österreicher auf das Tabakgesetz müsse auch weiterhin Prävention betrieben werden, ist sich Hinterleitner sicher. Allerdings dürfe dies nicht "auf dem Rücken der Gastronomie" ausgetragen werden.
Zwar wäre es seit Inkraftsetzung des neuen Gesetzes seit 1. Juli 2010 nicht zu Schließungen von Lokalen gekommen, dennoch hätte es laut Hinterleitner Umsatzeinbußen gegeben. Betroffen seien davon vorrangig jene rund 5.000 Lokale in Österreich, in denen Getränke, nicht Speisen im Vordergrund stehen: also Bars, Diskotheken und Beisln.
Nichtraucherschutz lockt Nichtraucher ins Lokal
Vor allem Österreichs Nichtraucher zeigen sich zufrieden mit dem neuen Tabakgesetz. Laut Umfrage, an der rund 400 Probanden teilnahmen, besuchen fünf Prozent von ihnen nun häufiger Gastronomiebetriebe, dafür bleiben immerhin 33 Prozent der Raucher nun das eine oder andere Mal lieber zu Hause.
Nur ein Prozent der Raucher geht seit 1. Juli lieber aus als davor. Dennoch halten laut Werner Beutelmeyer, Geschäftsführer der "market", die für die WKÖ die Umfrage durchführte, 74 Prozent der Österreicher das "Miteinander" von Rauchern und Nichtrauchern derzeit für "zufriedenstellend" oder "eher zufriedenstellend". 2009 belief sich die Zahl erst auf 63 Prozent.
Mehrheit der Österreicher gegen totales Rauchverbot
Während 67 Prozent der Österreicher ein totales Rauchverbot in der Gastronomie "nicht vorziehen" würden, wären 31 Prozent dafür. Weiters geht aus der Umfrage hervor, dass seit 2009 der Anteil der regelmäßigen Raucher an der Gesamtbevölkerung von 23 auf 27 Prozent im Jahr 2010 angestiegen ist.
Auch gelegentlich rauchten 2009 nur acht, 2010 immerhin schon neun Prozent. Gar nicht zum Glimmstängel greifen in Österreich nur noch 64 Prozent. Dies waren 2009 noch 69 Prozent.
Kritik von Umwelthygieniker
Manfred Neuberger von der MedUni Wien bezweifelt die von "market" erhobenen Daten zur Tabakgesetzgebung massiv: "Dies ist der übliche Versuch, durch Wiederholung manipulierter Umfrageergebnisse die öffentliche Meinung zu beeinflussen, bis es die Öffentlichkeit glaubt." Eine eigene mit fast 1.600 Probanden in Wiener Lokalen durchgeführte Umfrage sowie eine Umfrage der MedUni Graz hätten zu ganz anderen Ergebnissen geführt.
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