01.11.2004 14:01 |

Klima-Forschung

Bis zu 40% mehr Regen durch Erderwärmung

Der Ozeanforscher und Klimawissenschaftler Stefan Rahmstorf vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) führt häufigere extreme Wetterlagen auch auf die globale Erwärmung zurück. "Hoch- und Tiefdruckgebiete bleiben dann mehrere Wochen oder bis zu zwei, drei Monate an einer Stelle".
"Je wärmer das Klima und je wärmerdie Luft, umso mehr Wassermassen kann die Luft halten", ergänzteRahmstorf mit Blick auf Rekordniederschläge. Eine weitereGefahr für Europa durch die globale Erwärmung siehtder Forscher durch Instabilitäten in den Meeresströmungen,die durch die immer schnellere Eisschmelze am Nordpol ausgelöstwerden können.
 
"Es besteht die reale Gefahr, dass es zu abruptenVeränderungen in der Meeresströmung kommt." Der warmeNordatlantik-Strom, der Europa das vergleichsweise milde Klimabeschert, habe sich wiederholt sprunghaft verändert und seiinstabil. Ein Abreißen dieser bis nach Skandinavien reichendenMeeresströmung hätte eine starke regionale Abkühlungin Europa mit weit reichenden Konsequenzen für Ökosystemeund Landwirtschaft zur Folge. "Dann ist auch der normale Europäerbetroffen."
 
Nach einer niederländischen Studie, die aufder Konferenz vorgelegt wurde, stieg die Temperatur in Europain den vergangenen 100 Jahren um 0,95 Grad Celsius. Die jährlichenNiederschläge hätten um 10 bis 40 Prozent in Nordeuropazugenommen, während Südeuropa um bis zu 20 Prozent trockenergeworden sei. Die Klimaveränderungen wirkten sich bereitsauf die Verbreitung von Tierarten und das Ökosystem aus.In diesem Jahrhundert werde in Europa nach unterschiedlichen Berechnungenmit einem Temperaturanstieg von 2 bis 6,3 Grad gerechnet.
Sonntag, 09. Mai 2021
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