Rund 17.000 Betroffene

Kammer schnalzt Pflegerinnen-Umlage in die Höhe

Große Nöte gab es bei den 24-Stunden-Pflegerinnen beim ersten Lockdown im Vorjahr. So groß, dass Land und Wirtschaftskammer Betreuerinnen einfliegen und die Quarantäne aussitzen ließen. Jetzt wurde die Grundumlage mehr als verdoppelt. Das macht den Arbeitgeber einer Pflegerin wütend: „Äußerst schlechte Symbolik.“
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„Auch wenn die Grundumlage nur von 38 auf 90 Euro angehoben wurde, hat das gerade in Corona-Zeiten einen sehr schlechten Beigeschmack. Diese Frauen arbeiten für nur 60 Euro brutto am Tag“, übt der Waldviertler Max S. Kritik. Seine treue ausländische Pflegerin kümmere sich schon seit mehreren Jahren um Angehörige. Für S. steht fest: „Gerade wenn es sowieso einen Mangel an Pflegerinnen gibt, darf man solche Zeichen nicht setzen.“

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Auf den ersten Blick mag die Erhöhung groß sein. Dabei handelt es sich aber um eine österreichweite Anpassung mit viel mehr Leistungen.

Robert Pozdena, Wirtschaftskammer

Der zuständige Fachgruppen-Obmann Robert Pozdena betont, dass der Beschluss zur Erhöhung der Umlage bei einer Tagung 2020 einstimmig gefällt wurde. „Alle anderen Bundesländer verlangen zwischen 80 und 120 Euro, wir lagen bisher deutlich darunter.“ Das habe sogar zu einem regelrechten „Kammertourismus“ geführt: Pflegerinnen meldeten sich in Niederösterreich an, wechselten erst dann in andere Bundesländer.

Leben ohne Versicherung ruiniert
Man hätte nicht einfach so erhöhen wollen und habe in den letzten zwei Jahren Leistungen nicht nur um die Haftpflichtversicherung erweitert, ohne dass die Pflegerinnen früher mitunter in den finanziellen Ruin gerissen wurden. Auch Erstberatung sowie Schlichtungsstelle, mehrsprachige Betreuung oder der Ausbau des Weiterbildungsangebotes seien umgesetzt worden.

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Dienstag, 27. September 2022
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