17.04.2021 07:30 |

Bei fünf Ärzten

Pilotprojekt: Impfungen beim Hausarzt

Bis jetzt wurden Corona-Impfungen nahezu ausschließlich in den eigens eingerichteten Impfstraßen verabreicht. Wenn der Großteil der Bevölkerung in einigen Monaten durchgeimpft sein wird, werden die Hausärzte die Immunisierungen übernehmen. Dazu wird nun ein Pilotprojekt gestartet. 

Fünf Ordinationen in Lech am Arlberg, im Klostertal, im Montafon, im Bregenzerwald und im Leiblachtal beginnen laut Ärztekammer-Vizepräsident Burkhard Walla Mitte kommender Woche mit rund hundert Impfungen pro Praxis. Ein Ausbau ist in Überlegung.
Für einen Start des Rollouts in den Tälern habe man sich entschieden, weil dort die Bevölkerung einen vergleichsweise weiten Weg in die Impfzentren habe. 70 bis 100 Ärzte hätten sich bereit erklärt, in ihren Praxen zu impfen. Man habe sich mit dem Impfstart im niedergelassenen Bereich Zeit gelassen, weil man zunächst organisatorisch das „Kunststück“ bewerkstelligen habe müssen, die Impfhierarchie einzuhalten. Die Anmeldung erfolgt auch für die Impfung beim Hausarzt über das Vormerksystem des Landes.

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Halten Sie diese Zahlen gegeneinander. Der Fokus darf sich da nicht verschieben

Walla über Impfkomplikationen

Unsicherheit bei Bevölkerung
In der Bevölkerung sei nach den Schlagzeilen zu einzelnen Impfstoffen Unsicherheit spürbar, so Walla. Österreich fahre aber in der Hinsicht einen relativ guten Weg. Es gehe bei den gemeldeten schweren Fällen nicht um normale Thrombosen, sondern um sehr seltene Komplikationen, betonte er. Im Fall von Johnson & Johnson gehe man von sechs Fällen bei sechs Millionen Impfungen aus. An Corona sterbe dagegen einer von hundert. „Halten Sie diese Zahlen gegeneinander. Der Fokus darf sich da nicht verschieben“, appellierte Walla.

Webinare für Aufklärung
Gerade für Vorerkrankte sei die Impfung wichtig, betonte er. Unschlüssigen riet Walla, sich an den Hausarzt zu wenden. Seitens der Ärztekammer informiere man die Kollegen laufend über aktuelle Erkenntnisse, damit diese gut aufklären könnten. Man habe zudem den Gemeinden, den Schulen für die Lehrer und der Wirtschaftskammer für die Unternehmen angeboten, Webinare zur Aufklärung zu organisieren.

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