16.04.2021 11:24 |

Im Bezirk Voitsberg

Anrainer-Kampf gegen neue Ortsumfahrung

Die B 70 in Voitsberg soll voll ausgebaut werden. Das Umwelt-Verfahren für die Umfahrung Mooskirchen/Krottendorf ist unlängst eingeleitet worden. Anrainer der neuen Trasse befürchten, dass sie unter die Räder kommen. Die Landesspitze hat indes ein Bekenntnis zu dem Projekt abgegeben.

„Das ist für die gesamte Region ein wichtiges Projekt“, sagt LH-Vize und Verkehrslandesrat Anton Lang (SPÖ). Die Packer Straße (B 70) ist die Hauptverbindung zwischen dem Raum Voitsberg/Köflach und dem Großraum Graz. Und der Streckenabschnitt vom Autobahn-Zubringer Mooskirchen bis Krottendorf ist der letzte Teil, der noch nicht ausgebaut worden ist.

Dort ist eine Ortsumfahrung geplant. Mehrere Trassenvarianten wurden geprüft, letztlich einigten sich die ehemals vier Anrainer-Gemeinden St. Johann-Köppling, Söding, Mooskirchen und Ligist auf die vom Land vorgeschlagene Kainach-Trasse, die über weite Strecken quer durchs Grüne verläuft.

Landes- und Gemeindepolitik für das Projekt
Das Projekt ist UVP-pflichtig. Die Unterlagen liegen seit Kurzem in den Gemeinden auf. Weil Versammlungen wegen Corona nicht möglich sind, wurden die Bürger mit einer Postwurfsendung informiert. Die UVP-Verhandlung ist für den Sommer geplant. Wenn es zu keinem Projektstau kommt, soll 2023 mit dem Bau begonnen werden. Bauzeit: drei Jahre.

Nicht nur Lang, auch Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) hat sich dafür ausgesprochen. Und es gibt eine Pro-Unterschriftenliste von B-70-Anrainern, die die Umfahrung wegen des hohen Verkehrsaufkommens fordern: Laut dem Land fahren dort jeden Tag 18.000 Fahrzeuge.

Vieles spricht dagegen
Es gibt jedoch auch Argumente, die gegen die Umfahrung sprechen. Die hohen Kosten von 55 Millionen Euro. Die geringe Zeitersparnis von gerade einmal eineinhalb Minuten. Die Bodenversiegelung - die Projektgegner sprechen von 16 Hektar “wertvollem Ackerland„, das Land sagt, es seien „nur“ fünf. Hinzu kommt, dass die Trasse direkt am letzten Stück Kainach-Au vorbeiführt, die ein Naherholungsgebiet ist.

Zitat Icon

Die geplante Trasse der Ortsumfahrung ist der größte Eingriff in das Ökosystem des Kainachtales seit dem Bau der Eisenbahntrasse vor rund 160 Jahren.

Heinz Kürzl, Sprecher der Bürgerinitiative

Faktum ist: Der Durchzugsverkehr wird durch die Ortsumfahrung nicht weniger werden. Und so sammeln jetzt auch die Anrainer der neuen Trasse Unterschriften - 200 sind nötig, um im Umwelt-Verfahren Parteistellung zu bekommen. „Wir wollen mit der Bürgerinitiative den Betroffenen eine Stimme geben“, sagt Sprecher Heinz Kürzl.

Ein Bauernhof soll für die neue Trasse abgelöst werden - die Familie, die dort seit Generationen lebt, verliert ihr Zuhause. Die Nachbarn werden mit einer stark befahrenen Straße vor der Haustür leben müssen. Fragt sich, wer besser dran ist...

Ernst Grabenwarter
Ernst Grabenwarter
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