15.04.2021 21:50 |

17,8 Prozent geimpft

Bereits mehr als 100.000 Corona-Tote in Frankreich

Frankreich hat die Schwelle von 100.000 registrierten Coronavirus-Toten überschritten. Die Behörden meldeten am Donnerstag 296 zusätzliche Tote - damit liegt die Zahl der gemeldeten Todesfälle bei 100.073. Das Land mit seinen rund 67 Millionen Einwohnern ist von der Covid-19-Pandemie schwer getroffen. Bereits im vergangenen Frühjahr hatte das Frankreich zu jenen Staaten gehört, die in Europa mit am heftigsten von der Pandemie heimgesucht worden waren.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron schrieb auf Twitter (siehe unten), man werde kein Gesicht und keinen Namen der Gestorbenen vergessen. Regierungssprecher Gabriel Attal warnte am Mittwoch, dass die dritte Welle der Epidemie noch nicht hinter Frankreich liege - es gebe aber ermutigende Signale.

Großteil der Geschäfte ist geschlossen
Das Land kämpfte immer wieder mit strengen Ausgangsbeschränkungen gegen die Corona-Pandemie. Derzeit ist in Frankreich wieder ein Großteil der Geschäfte geschlossen, die Bewegungsfreiheit der Menschen ist eingeschränkt und in den Schulen sind die Zeiten für die Osterferien landesweit vereinheitlicht worden. Der Präsenzunterricht soll danach schrittweise wieder anlaufen.

Für Macron war die erneute Verschärfung der Regeln ein Rückschlag. Sie gelten seit Anfang April. Der Präsident pochte lange darauf, dass die Schulen in der Krise unbedingt geöffnet bleiben sollten. Sie waren bisher nur während des ersten strengen Lockdowns im vergangenen Frühjahr geschlossen. Gleichzeitig versuchte Frankreich mit regionalen Beschränkungen gegen die Ausbreitung des Virus vorzugehen - es gab in einigen Regionen sogenannte Wochenend-Lockdowns.

Regeln nicht mehr so streng wie in der Vergangenheit
Die neuen Regeln sind aber deutlich weniger streng als in der Vergangenheit. Während der Lockdowns im vergangenen Frühjahr und Herbst durften die Menschen zeitweise nur eine Stunde pro Tag im Radius eines Kilometers zu ihrer Wohnung spazieren gehen. Der Passierschein war bei jedem Gang vor die Tür Pflicht. Die Bestimmung sind nun deutlich lockerer, der Radius wurde auf zehn Kilometer ausgeweitet, die zeitliche Begrenzung fiel weg. Auch der Passierschein ist nur noch in bestimmten Fällen notwendig.

Dafür gibt es in Frankreich bereits seit Monaten strenge nächtliche Ausgangsbeschränkungen. Derzeit dürfen die Menschen nach 19 Uhr nicht mehr ohne triftigen Grund vor die Tür. Die Restaurants, Theater oder Museen sind bereits seit Ende Oktober geschlossen. Hoffnung auf vorsichtige Öffnungen machte Macron für Mitte Mai. Dann können eventuell die Außenbereiche der Gastronomie und einige Kulturstätten nach und nach wieder öffnen.

Knapp 18% der Franzosen schon einmal geimpft
In den vergangenen Wochen hatten die Krankenhäuser, besonders im Großraum Paris, wegen der zugespitzten Corona-Lage Alarm geschlagen. Knapp zwölf Millionen Menschen haben mit Stand Donnerstagabend in Frankreich mindestens eine erste Impfung gegen Covid-19 bekommen. Das entspricht rund 17,8 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Regierungssprecher Attal hatte am Mittwoch angesichts der Corona-Todesopfer ein Gedenken versprochen, ohne Details oder einen Zeitpunkt zu nennen. Mehr als zwei Drittel der Menschen, die an Covid-19 starben, starben in Krankenhäusern. Der Rest starb in Einrichtungen wie Pflegeheimen. Bei den europäischen Nachbarn hatten zuvor Italien und Großbritannien die Marke von 100.000 Toten überschritten.

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