14.04.2021 10:52 |

Lehre aus der Pandemie

OECD: Österreich hat Defizite im Digitalbereich

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) warnt davor, dass die Coronakrise überall Schwachstellen auf dem Arbeitsmarkt verstärken kann. Auf Österreich bezogen seien das primär Mankos im Digitalbereich, viele Langzeitarbeitslose und relativ wenige Vollzeit arbeitende Frauen auf dem Arbeitsmarkt, heißt es im OECD-Papier „Going for Growth 2021: Shaping a Vibrant Recovery“.

So vollziehe sich die Anpassung an die Digitalisierung hierzulande langsamer als in vergleichbaren anderen Ländern, obwohl laut OECD in den vergangenen beiden Jahren einige Schritte gesetzt worden seien. Trotzdem: Um aufzuholen müsse das lebenslange Lernen rund um digitale Technologien in allen Bevölkerungsgruppen, speziell aber bei den Älteren und schwächer Qualifizierten, ausgebaut werden.

Arbeitgeberverbände sollten verstärkt eingebunden werden. Es gehe auch um eine bessere Bereitstellung von ultraschnellem Internet.Verbleibende Hürden beim Internethandel sollten ebenso fallen, empfiehlt die OECD. Das könne über Förderungen von Unternehmen gelingen.

Erwerbsfähige Bevölkerung schrumpft
In Österreich sollte auch die Vollzeitbeschäftigung beider Elternteile erleichtert werden, so die OECD. Schließlich werde ein Rückgang der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter prognostiziert. Dazu könne etwa ein Rechtsanspruch auf eine qualitativ hochwertige Kinderbetreuung und Ganztagsschulbildung hergestellt werden. „Das würde einem Schrumpfen der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter entgegenwirken.“

Viele Langzeitarbeitslose, niedriges Pensionsalter
Der verhältnismäßig hohe Anteil Langzeitarbeitsloser und auch das im Schnitt verhältnismäßig niedrige effektive Pensionsantrittsalter in Österreich würden durch COVID-19 ebenso verstärkt. Die OECD ortet Anreize, vorzeitig aus dem Erwerbsleben zu scheiden - und diese gehörten umgehend abgebaut. Hier wird die Berechnung der Pensionsbeiträge und -leistungen angesprochen, die an demografische und andere strukturelle Entwicklungen angepasst gehörten.

Bei der Integration von Migranten bleibe Österreich ebenso hinter vergleichbaren Ländern zurück, so die OECD. „Die Bildungsergebnisse müssen verbessert werden“ und somit von sozioökonomischen Hintergründen entkoppelt. Die Integration gehöre verstärkt und zwischen Bund, Ländern und Kommunen besser koordiniert.

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