Das Bezirksgericht Gmunden ist heute Schauplatz eines ungewöhnlichen Prozesses. Es stehen sich die Nachbarorte Gmunden, Pinsdorf, Altmünster und Ohlsdorf sowie das Zementwerk Hatschek gegenüber. Es geht um Lärm, Staub, Gestank und die Frage, ob ein 1996 aufgesetzter Vertrag noch gültig ist.
Rund um ein Genehmigungsverfahren schlossen vor 25 Jahren die Gemeinden Gmunden, Altmünster, Pinsdorf, Gschwandt und Ohlsdorf mit dem Zementwerk Hatschek eine Vereinbarung. Sie verpflichteten sich, Einwendungen zurückzuziehen. Im Gegenzug sicherte das Werk zu, stets die bestmögliche Technik einzusetzen und auf Import bei Zusatzbrennstoffen zu verzichten. Bis 2019 blieb das Verhältnis partnerschaftlich. Nach einem Mega-Umbau in der Fabrik häuften sich in der Region die Klagen über Lärm, Staub und vor allem Gestank.
Totaler Krach
Die Luft zwischen den Bürgermeistern und Werksboss Peter Fürhapter wurde immer dicker. Im Sommer des Vorjahres folgte der völlige Krach. Das Zementwerk war mit einigen Entscheidungen der Gemeinden nicht einverstanden und löste die Vereinbarung auf. Ein Schlichtungsverfahren scheiterte. Die vier Gemeinden (Gschwandt ist nicht dabei) klagten.
“Werden nur hingehalten“
Heute, Mittwoch, sehen sich die ehemaligen Partner vor dem Bezirksgericht Gmunden wieder. Stefan Krapf, ÖVP-Stadtchef in Gmunden, ist überzeugt, dass die Auflösung der Vereinbarung nicht korrekt war: „Der Vertrag ist noch immer gültig. Das Werk muss endlich die beste Technik einbauen und mit der Einfuhr von Kunststoff aufhören.“ Dass die Firma seit zwei Jahren Verbesserungen ankündigt, reicht nicht. „Wir werden nur hingehalten, während die Beschwerden über Gestank immer mehr werden.“
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