12.04.2021 09:00 |

Das sagen die Leser

Sterbehilfe und der Eid des Hippokrates

Die Diskussion zur Sterbehilfe ist eine sehr hitzige, steht diese oft im Raum, wenn es um das höchste Gut des Menschen geht - das Leben. Versucht man todkranke Personen so gut es geht am Leben zu erhalten, auch wenn diese Schmerzen verspüren? Oder ist es vertretbar, ihnen bei einem selbst gewählten Abgang zu helfen? Bisweilen war die Assistenz beim Selbstmord und aktive Sterbehilfe in Österreich nicht erlaubt, jedoch beschloss der Verfassungsgerichtshof (VfGh) eine Regelung zur Mithilfe beim Selbstmord. Ein Großteil der österreichischen Bevölkerung sieht laut einer INTEGRAL-Umfrage diese Entscheidung positiv.

Die Regelung zur Assistenz zum Selbstmord soll mit 1. Jänner 2022 in Kraft treten. Der VfGh hat nun dem Gesetzgeber bis Jahresende Zeit gegeben, einen entsprechenden Gesetzentwurf vorzulegen. Das Marktforschungsinstitut INTEGRAL veröffentlichte eine Umfrage, wobei 35 % der Österreicherinnen und Österreicher die Entscheidung als gut empfinden. 23 % sind dafür, auch aktive Sterbehilfe zu legalisieren.

Leserin finnimadl hat bereits Erfahrung zu diesem Thema - als Pflegeassistentin hat sie „Leute, die das ablehnen, noch nie erlebt.“ Sie spricht sich für eine Selbstbestimmung seitens der Patientinnen und Patienten aus.

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Leserkommentare
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removed-user
Als Pflegeassistentin mit täglicher Erfahrung bin ich absolut dafür. Jeder sollte selbst entscheiden, wann sein Leben nur noch würdelose Existenz ist und wann die Schmerzen zu groß werden. Leute die das ablehnen haben noch nie erlebt, wie manche Alte sich quälen und nach Erlösung betteln. Und du ihnen erklären musst, dass die Erfüllung dieses Wunsches gegen das Gesetz ist und mich ins Gefängnis bringen würde.
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Auch die Leser Stefan08 und gutesleben stimmen der Entscheidung zu. „In solchen Fällen, wenn das Leid so groß ist, dass einem niemand mehr helfen kann, wäre auch ich für eine respektvolle und ärztlich beobachtete Hilfe zum Einschlafen“, meint gutesleben konkret.

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gutesleben
Meine Mutter war sehr krank, die letzten Monate meinte sie täglich, warum sie denn nicht sterben dürfe. In solchen Fällen, wenn das Leid so groß ist, dass einem niemand mehr helfen kann, wäre auch ich für eine respektvolle und ärztlich beobachtete Hilfe zum einschlafen.
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Stefan08
Ich bin dafür! Meiner Mutter ging es das letzte halbe Jahr sehr schlecht, bevor sie starb! Sie hatte extremste Schmerzen, kein Arzt konnte ihr helfen. Jeder, der einen Angehörigen hatte, der das einmal mitgemacht hat, kann nur dafür sein, das wünscht man niemanden!!!
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Auch kritische Stimmen machen sich zu dem Thema laut. Leser HummerH2 sieht diese Regelung vor allem im privaten Bereich skeptisch und wäre eher nur unter ärztlicher Handhabung dafür: „Wenn ja, dann bitte mit Patientenverfügung und durch einen Arzt“

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HummerH2
ich bin mir da ned sicher. wenn ja, - dann bitte mit patientenverfügung und durch einen arzt. so für den privatgebrauch wäre das fatal. natürlich ist es schwierig, jemandem beim leidensweg zusehen zu müssen. es muss dazu eine beglaubigte verfügung geben und das dürfte nur ein arzt machen. aussagen wie sie damals hier beschrieben wurden . ich dürfte selber die waffe reichen, aber selber ned abdrücken, sowas ist verzichtbar. wie sowas würdig passiert, sollte ein arzt entscheiden müssen.
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Wo ziehen Sie die Grenze, in welchen Fällen Sterbehilfe Sinn machen würde? Was wäre notwendig, um so eine Regelung zu kontrollieren, z. B. psychologische Untersuchungen vorab? Teilen Sie Ihre Meinung mit der Community und uns in den Kommentaren!

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