Gefahr für Menschheit

UNO: „Wichtige Wassersysteme sind bankrott“

Ausland
20.01.2026 19:59
Porträt von krone.at
Von krone.at

Laut der UNO tritt die Welt gerade in ein „Zeitalter des globalen Wasserbankrotts“ ein. Verluste bei Süßwasserreserven könnten nicht mehr umgekehrt werden, viele Gesellschaften hätten schon ihre langfristigen Reserven in Gletschern und anderen natürlichen Reservoirs aufgebraucht.

„Viele Regionen leben über ihre hydrologischen Verhältnisse, und viele wichtige Wassersysteme sind bereits bankrott“, sagte Kaveh Madani, Direktor des Instituts für Wasser, Umwelt und Gesundheit der Universität der Vereinten Nationen in Kanada. Der soeben veröffentlichte Bericht „vermittelt eine unbequeme Wahrheit“. Es gehe nicht mehr nur um das jährliche Kontingent an erneuerbarem Wasser aus Flüssen, Böden und Schneedecken. Daher würden Begriffe wie „Wasserknappheit“ oder „Wasserkrise“ nicht mehr die Realität widerspiegeln.

Die Landwirtschaft ist laut Madani für den größten Teil des Süßwasserverbrauchs verantwortlich, die globalen Ernährungssysteme seien durch Handel und Preise wiederum eng miteinander verbunden. Laut dem Bericht hat mehr als die Hälfte der Seen weltweit seit Anfang der 1990er-Jahre Wasser verloren, ein Viertel der Menschen ist direkt von dieser Wasserquelle abhängig. Auch die Mehrheit der großen Grundwasserleiter zeigt demnach langfristige Rückgänge, natürliche Feuchtgebiete und Gletscher verschwinden. Als Ursachen werden etwa die Übernutzung von Ressourcen, Grundwasser- und Umweltverschmutzung sowie die globale Erwärmung angeführt.

Mit Wassermangel hat aktuell unter anderem der Iran (Bild) zu kämpfen.
Mit Wassermangel hat aktuell unter anderem der Iran (Bild) zu kämpfen.(Bild: APA-Images/AFP/ATTA KENARE)

Wer besonders betroffen ist
Inzwischen leben dem Bericht zufolge ungefähr drei Viertel der Menschen weltweit in Gebieten, die nicht ausreichend Wasser haben. Besonders betroffene Regionen sind der Nahe Osten, Nordafrika, Teile Südasiens und der Südwesten der USA. Europa habe zwar selbst genügend verfügbares Wasser, sei aber über Handelsströme, Preise und Lieferketten vom Bankrott betroffen, heißt es. Die Lasten fielen unverhältnismäßig stark auf Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, indigene Völker, einkommensschwache Menschen in der Stadt, Frauen und Jugendliche. Vorteile der Übernutzung gebe es vor allem für mächtige Akteurinnen und Akteure.

„Eine Insolvenz zu erklären bedeutet nicht, aufzugeben – es bedeutet, neu anzufangen“, sagte Madani. „Wir können verschwundene Gletscher nicht wiederherstellen oder stark verdichtete Grundwasserleiter wieder auffüllen. Aber wir können den weiteren Verlust unseres verbleibenden Naturkapitals verhindern und Institutionen neu gestalten, um innerhalb neuer Wassergrenzen zu leben.“ Im Bericht wird Regierungen zudem empfohlen, wasserintensive Sektoren wie die Landwirtschaft umzugestalten.

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