Der Flughafen Wien rechnet heuer mit weniger Fluggästen. Nach einem Allzeithoch bei 32,6 Millionen Passagieren im Vorjahr dürften es 2026 nur mehr 30 Millionen sein. Hauptgrund sei der Abflug der Low-Cost-Gesellschaften: Wizz Air schließt ab März die Wiener Basis, Ryanair zieht Flieger ab. Dadurch fallen auch rund 200 Flughafen-Jobs weg.
Trotz der weiterhin hohen Reiselust bringt das Jahr 2026 Herausforderungen, betonen die beiden Flughafen-Wien-Vorstände Julian Jäger und Günther Ofner. Denn der (teilweise) Rückzug der Billigfluggesellschaften schlägt sich auch auf die Passagierzahlen nieder. So wird die ungarische Wizz Air Ende März die Wiener Basis schließen. Im Vorjahr beförderte der Low-Coster hierzulande noch über 1,8 Millionen Passagiere und war mit einem Marktanteil von 5,6 Prozent (siehe Grafik) die drittgrößte Fluglinie in Wien.
Dazu kommt, dass auch die irische Ryanair bei uns die Flotte verkleinert. Statt zuletzt noch 19 werden es heuer im Sommer nur mehr 14 Flugzeuge sein, die in Wien stationiert sind. Ryanair-Boss Michael O‘Leary hat den Schritt auf die hohen Standortkosten in Österreich zurückgeführt. Einerseits zähle der Flughafen Wien mit seinen Gebühren zu den teuersten in Europa. Andererseits kommt bei uns auch noch die Ticketsteuer zum Tragen. Der Staat kassiert derzeit zwischen 12 Euro (Kurzstrecke) und 30 Euro (Langstrecke) pro Person und Flug. Auf den innereuropäischen Strecken sind wir damit hinter den Niederlanden (29,40 Euro) und Deutschland (derzeit 15,53 Euro) das drittteuerste Land in Europa.
Die Ticketsteuer ist daher auch den Flughafen-Vorständen ein Dorn im Auge. Sie fordern eine Reduzierung bzw. komplette Abschaffung. Die angekündigte Evaluierung der Steuer durch das Verkehrsministerium sei ein guter Anfang. Günther Ofner ist überzeugt, dass ein Wegfall am Ende für deutlich mehr Einnahmen (zum Beispiel durch mehr Nächtigungen, Gastronomieumsätze) als die zuletzt aus der Ticketabgabe eingenommenen 170 Millionen Euro bringe.
Flughafen Wien verordnet sich ein Sparprogramm
Durch den erwarteten Rückgang bei den Abfertigungszahlen bleibt naturgemäß am Ende des Jahres auch weniger übrig. Um jedoch das Nettoergebnis stabil auf dem 2025er-Niveau von 210 Millionen Euro zu halten, hat sich der Flughafen ein Spar- und Effizienzsteigerungsprogramm verordnet. Neben Einsparungen bei den Sachkosten soll auch der Mitarbeiterstand um vier Prozent bzw. rund 200 Stellen reduziert werden. Dies soll primär über die „natürliche Fluktuation“ erfolgen, betont Ofner.
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.